weather-image
Golanhöhen-Theater im Eilser Kurtheater

Schiff versenkt, oder: Wer betrügt hier wen?

Bad Eilsen (aj). Am Samstag führte das Bad Rehburger Golanhöhen-Theater die Kriminalkomödie "Der allerletzte Tango" im Saal des Kurtheaters Bad Eilsen auf. In dem Stück von Bernard Fathmann hecken Marga und Bodo Sommer, gespielt von Brigitte Hassink und Joachim Muth, den Plan aus, ihre schrottreife, hoch versicherte Yacht auf offener See zu versenken. Um selbst bei der Aktion aber keine nassen Füße zu bekommen, suchen sie per Annonce eine ahnungslose Bootsbesatzung, die die Yacht chartern soll. Dumm nur, dass sie ausgerechnet an das Betrügerpaarchen Frauke und Dirk Grote (gespielt von Sandra Nahrwold und Hartwig Hassink) geraten, die die scheinbar reichen Yachtbesitzer ihrerseits auszunehmen versuchen.

Doch Schürzenjäger Bodo Sommer wechselt schnell die Fronten, als Trickbetrügerin Frauke Grote seine Gefühle zu erwidern scheint. So entspinnt sich eine klassische Verwechslungskomödie, bei der die vier Gauner sich in immer neuen Gruppierungen gegenseitig auf das Kreuz zu legen versuchen. Nur sobald Kommissar Brüggemann (Helmut Sölter) die Bühne betritt, sind sich alle schnell einig; wenn auch nicht wirklich grün. Leider bekommt das Stück sehr früh einen Touch von "Der Clou" (mit Robert Redford und Paul Newmann), als Marga Sommer und Kommissar Brüggemann ihre gemeinsame Liebe zum Tango entdecken. Für alle, die "Der Clou" von 1973 noch nicht gesehen haben, kommt das Ende dann doch überraschend: Die beiden Tangoliebhaber teilen sich schließlich die gesamte Beute. Insgesamt ist das Stück, auch dank der überwiegend professionellen Leistung der Laienschauspieler und Bühnenausstatter, überaus sehenswert. Auch, wenn Souffleuse Gabi Brandes gegen Ende der Veranstaltung gestand: "Manchmal überspringen sie auf der Bühne spontan zwei komplette Dialogseiten. Ich frage mich dann immer, wie sie es aber trotzdem schaffen, den Dialog aufzulösen." Eric Kolb, Theaterdirektor des Kleinenbremer Improvisationstheaters, und die übrigen Zuschauer hatten aber auch ohne dieses Wissen viel Freude an dem Stück.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare