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Landesmuseum in der Fußgängerzone ist ab sofort wieder für Besucher geöffnet

Schaumburg-Lippes Soldaten trugen einst schmucken Schutz auf dem Kopf

Bückeburg (gp). Start frei für die neue Ausstellungssaison: Zum mittlerweile 101. Mal öffnet am heutigen Samstag, 1. April, das Bückeburger Landesmuseum seine Tore. Die historische Präsentation war 1905 am heutigen Standort eingeweiht worden. Die Besuchszeiten sind gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben: Das Haus ist - außer montags - täglich zwischen 11 und 16.30 Uhr geöffnet.

Auch sonst geht das Museum mit der gleichen Mannschaft und ohne größere organisatorische und konzeptionelle Veränderungen in die neue Saison. Einzige Ausnahme: Mit dem Rücktritt vom Amt der Vorsitzenden hat die bisherige Vereinschefin Dr. Roswitha Sommer auch den von ihr mitverwalteten Posten der Museumsleiterin niedergelegt. Ihr Nachfolger Dr. Wolfgang Vonscheidt will die Situation nach eigenem Bekunden zu einer Generalüberprüfung des musealen Gesamtkonzepts nutzen. "Es geht um die Frage, ob und wie wir, trotz ständig steigender Kosten, Qualität und Attraktivität verbessern können", so der neue Vereinsvorsitzende. Hintergrund: Der Bückeburger Museumsbetrieb wird - als einer der ganz wenigen weit und breit - komplett ehrenamtlich gemanagt. Trotz aller sich abzeichnender Probleme wartet auf die Besucher auch in diesem Jahr ein herausragendes Angebot. In der Eingangshalle sind einmalige sakrale Figuren und Ausstattungsgegenstände zu sehen. Sie wurden beim Abriss alter schaumburg-lippischer Kirchen gerettet und zusammengetragen. Der angrenzende Gewölbekeller beherbergt seltene eiszeitliche Fundstücke und Ausgrabungsschätze aus der frühen Siedlungsgeschichte der Region. Themenschwerpunkt im Obergeschoss ist die in dieser Qualität und in diesem Umfang einmalige schaumburger Trachtensammlung. Und in der dritten, im Dachgeschoss untergebrachten Abteilung, ist die heimische Landesgeschichte präsent. Ein Hauptaugenmerk gilt der gräflich-fürstlichen Herrscherdynastie. Darüber hinaus werden die wichtigsten der hierzulande bislang wirkenden Künstler, Literaten und Wissenschaftler vorgestellt, an ihrer Spitze der Geograph Anton Friedrich Büsching, der Philosoph Johann Gottfried Herder, der Komponist Christoph Friedrich Bach und die Dichter und Schriftsteller Wilhelm Busch, Hermann Löns und Lulu von Strauß und Torney. Als neues Glanzstück ist rechtzeitig zum Saisonstart eine kleine, aus dem Museumsfundus zusammengetragene und sorgfältig restaurierte Auswahl von original schaumburg-lippischen Traditionshelmen fertig gestellt worden. Zur Kollektion gehört eine Reihe äußerst phantasie- und kunstvoll gestalteter, meist aus Leder gearbeiteter und mit Rosshaarschweifen, "Wollrampen", Silberbeschlägen und Messingkronen geschmückter Kopfbedeckungen. Sie wurden einst von den Soldaten der Bückeburger Jägerbataillone und von fürstlichen Gendarmen, Feuerwehrleuten und Postillionen getragen. Die überwiegend aus dem 19. Jahrhundert stammenden Raritäten dürften nicht nur eingefleischte Militaria-Liebhaber begeistern.

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