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Schaumburger Landschaft: Poster-Serie und Internet-Auftritt der "Spurensuche"-AG

Schaumburger Mützen auf westfälischen Bauernhäusern

Bückeburg (bus). Die Arbeitsgruppe "Spurensuche" der Schaumburger Landschaft erfasst seit 1999 historische Elemente der heimischen Kulturlandschaft in einer Datensammlung. Schwerpunkt der von Dr. Karl-Heinz Oelkers beaufsichtigten Suche sind Schmuckstücke, die in Reiseführern kaum erwähnt und häufig nicht als Kulturgüter erkannt werden. "Wir kümmern uns um Kulturerzeugnisse im Landschaftsbild aus allen Schaffensbereichen menschlichen Wirkens", erläuterte Oelkers während eines Gesprächs in den Räumen der "Landschaft". Jetzt ist eine Poster-Serie erschienen und eine Internet-Seite freigeschaltet worden, die auf einige dieser Kleinode aufmerksam machen.

Oelkers koordiniert in dem von Landkreis und "Landschaft" unterstützten Projekt mehr als 70 ehrenamtlich agierende Mitarbeiter. Die Suche umfasst bislang elf mit zahlreichen Unterpunkten ausgestattete Bereiche. Poster-Serie und Internet-Auftritt stellen die Ergebnisse der Abteilungen Schaumburger Grenzen, Mützen, Brücken und Tore vor. "In dieser Sammlung wirddas Wissen um wertvolle Zeugnisse der Kultur und der historischen Landnutzung zusammengetragen", erklärte der für die Präsentation im Netz verantwortliche Dr. Bernd Zimmermann. Die Schätze im Verborgenen würden oftmals übersehen. Zimmermann: "Und immer noch gehen durch Unkenntnis und Gedankenlosigkeit viele erhaltenswerte Relikte der früheren Arbeits- und Lebenswelt verloren." Dem schleichenden Verlust müsse entgegengewirkt werden. Es gelte, die Vielfalt der landschaftlichen Besonderheiten zu erkennen, zu beschützen und zu erhalten. Die Poster zeigen, grafisch akkurat angeordnet und mit kurzgefassten Informationen versehen, jeweils 27 Fotomotive. "Jeweilig 27 kleine Schmuckstücke ergeben sozusagen ein großes Schmuckstück", umschrieben die Spurensucher den Charakter der Plakate. Anhand der "Schaumburger Mützen" stellte Oelkers unter Beweis, dass die Suche nicht rigoros an den Grenzen des Landkreises Schaumburg Halt macht. Zahlreiche Beispiele dieser architektonischen Besonderheit finden sich im Kreis Minden-Lübbecke. "Wenn man von den Fassaden der Bauernhäuser sagt, sie hätten auf Grund der harmonischen Gestaltung ein "Gesicht", dann liegt die Vermutung nahe, dass man im Schaumburger Land einigen von ihnen noch zusätzlich Mützen aufgesetzt hat", klärte Oelkers auf. Das klinge zwar etwas kindlich, jedoch wecke das vorgewölbte Dach an den Giebelseiten der Häuser tatsächlich manchmal den Gedanken an einen Mützenschirm zum Schutz der Fassade und der Bewohner. Dieser "Schirm" werde in Expertenkreisen mit "Rundwalm" bezeichnet und gelte gemeinhin als ein typisches Schaumburger Baudetail, auch wenn sein Verbreitungsgebiet bis nach Westfalenund in den Osnabrücker Raum reiche. Quelle: Die Poster-Serie (Preis pro Exemplar 4,50 Euro) ist in den Tourist-Informationen Stadthagen, Bückeburg, Rinteln, Bad Nenndorf und Obernkirchen sowie über die Schaumburger Landschaft (Telefon 05722/95660) zu erhalten. Kontakt: Der Internetauftritt ist unter der Adresse www.schaumburgerlandschaft.de/spurensuche zu erreichen.

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