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Internetadresse ist seit 2003 vergeben / Inhaber: Die Gemeinde muss mich fragen

Scharmützel um www.luhden.de: Tecklenburg pocht auf sein Recht

Luhden (tw). Scharmützel im Internet: Wer, wie viele Leser, nach dem jüngsten Bericht der Landes-Zeitung "www.luhden.de soll neues Aushängeschild fürs Dorf werden" obige Adresse anklickt, traut seinen Augen nicht: Was sich auf dem Bildschirm öffnet, ist zwar auch eine - virtuelle - "Baustelle", aber keine, die die Gemeinde eröffnet hat. "Landwirtschaftlicher Betrieb Tecklenburg-Luhden" ist da zu lesen. Unter dem Bild eines schmucken Bauernhauses finden sich die Rubriken Dienste, Produkte, Unser Hof, Kontakt und Gästebuch. Rechts daneben steht der Hinweis: "Diese Seite befindet sich noch im Aufbau!"

Christoph Tecklenburg, Sohn des Luhdener Landwirts Wilhelm Tecklenburg, gestern auf Anfrage: "Als ich in der Zeitung las, dass die Gemeinde die - vermeintlich - herrenlose Homepage zum Aushängeschild des Ortes im Internet machen will, war ich gelinde gesagt überrascht." Anders ausgedrückt: Tecklenburg ist vergrätzt. Zwar hatte Luhdens Gemeindedirektor Heinz Wischnat während der jüngsten Ratssitzung erklärt: "Die Seite gehört uns - ich werde mich um das Verwerten der Rechte daran kümmern." Doch: www.luhden.de ist mitnichten frei. "Wer im Netz unter www.denic.de bei Domainabfrage ,Luhden' eingegeben hätte, hätte sehen können: Die Adresse wurde bereits am 14. Juli 2003 von mir besetzt", sagt Tecklenburg. Er sei damals selbst verblüfft gewesen, dass die Adresse noch frei war und habe sich für 9,95 Euro die Rechte an ihr gesichert. Allerdings nicht, um der Gemeinde die Seite wegzunehmen. Im Gegenteil: "Ähnlich wie Jutta Schmidt-Hauschildt hatte auch ich damit begonnen, eine Homepage für Luhden anzulegen - nur schon viele Jahre früher." Da seine Ausbildung aber viel Zeit in Anspruch genommen habe, sei es mit der Luhden-Seite nicht recht vorangegangen. Tecklenburg: "Um die Adresse nicht brach liegen zu lassen, habe ich sie dann auf die damalige Homepage der Freiwilligen Feuerwehr Luhden verlinkt." Aus Dankbarkeit für das Engagement der Blauröcke, die den Hof bei dem Großbrand vom November 2004 vor dem Schlimmsten bewahrt hatten. Er selbst sei weder Mitglied der Feuerwehr, noch habe er von ihr Geld für die Verlinkung erhalten. Wie die Freiwillige Feuerwehr Luhden gestern erklärte, habe sie selbst "www.luhden.de zu keiner Zeit genutzt". Darüber hinaus habe sie seit 22. November 2002 unter www.freiwillige-feuerwehr-luhden.de eine Adresse, die "sehr wohl regelmäßig gepflegt und aktualisiert" werde - was ein Klick auf die Seite auch beweist. "Ich bin gerne bereit, www.luhden.de an die Gemeinde abzutreten. Allerdings möchte ich, dass mich die Gemeinde offiziell darum bittet - und nicht über meinen Kopf hinweg entscheiden, was mit meiner Seite passieren soll", so Tecklenburg. Auch würde er gern am Layout des Auftritts mitarbeiten. Und eigene Fotos des Dorfes dazustellen; Entwürfe fürs Layout sowie Bilder hat er bereits. Kosten sollen Luhden durch seine Mitarbeit nicht entstehen. "Nur das Geld für den benötigten ,Webspace', also den im Internet für die Seite hinterlegten Speicherplatz, müsste die Gemeinde übernehmen." Soll der nämlich frei von Werbung sein, ist er im World-Wide-Web nicht gratis zu haben. Übrigens: Der "Landwirtschaftliche Betrieb Tecklenburg" wird selbst dann noch im Internet zu finden sein, wenn der Luhdener "seine" Adresse an die Gemeinde abtritt. Und zwar unter www.tecklenburg-luhden.de Unterzeile: "Der etwas andere Bauernhof" ...

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