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300 000 Euro bewilligt: Stadt, Kreis, Kirche und Land ziehen für Kloster Möllenbeck an einem Strang

Sanierung im Ostflügel kann jetzt beginnen

Möllenbeck (ur). Noch kurz vor Heiligabend erhielt Pastor Roland Trompeter im vergangenen Jahr die lang ersehnte Nachricht von Dezernatsleiter Kurt-Ulrich Schulz vom Amt für Landentwicklung in Hannover: Im Rahmen des "Leader+"-Programms der Europäischen Union für den ländlichen Raum wurden aus EU-Geldern 300 000 Euro für den Ausbau des Ostflügels von Kloster Möllenbeck bewilligt - auf Basis des langfristigen Nutzungskonzepts als Erweiterung des bisherigen Herbergsbetriebs um ein Gästehaus mit 24 Zimmern für Jugendliche und Studenten, die hier an musischen oder anderen kulturellen Projekten arbeiten.

Damit stehen nunmehr die insgesamt dafür veranschlagten 600 000 Euro zur Verfügung, wobei die evangelisch-reformierte Kirche selber die Summe von 150 0000 Euro aufbringt und sich die Stadt Rinteln und der Landkreis Schaumburg zu gleichen Teilen an den restlichen 150 000 Euro beteiligen. "Damit schaffen wir nicht nur etwas zur Attraktivitätssteigerung des Tourismus in unserer Region, sondern legen gleichzeitig auch ein kleines Konjunkturprogramm für die heimische Bauwirtschaft auf", betonte Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz gestern Vormittag bei der Präsentation des Bauvorhabens im Kloster Möllenbeck, und gemeinsam mit LandratHeinz-Gerhard Schöttelndreier verwies er auf die hervorragende Zusammenarbeit mit dem ebenfalls anwesenden Dezernatsleiter Schulz, der sich mit sehr viel Engagement für das Projekt eingesetzt habe. "Ein Kompliment, das ich gern auch auf Pastor Trompeter erweitern möchte", erinnerte Schöttelndreier daran, dass dieser neben seinen seelsorgerlichen Aufgaben auch die Bauleitung für die Arbeiten am Kloster innehat und für dieses ehrgeizige Vorhaben auf allen Ebenen die zuständigen Persönlichkeiten begeistern konnte. In der Abstimmung der Verantwortlichen zum Beispiel von Denkmalschutz und Brandschutz gelang es der zuständigen Arbeitsgruppe sehr schnell, die Antragstellung vorzubereiten: "Und das, obwohl ja immerhin 14 Projekte an unterschiedlichen Orten in der Umsetzungsphase stehen und die Kommunen natürlich auch ihre Eigeninteressen betonen und koordinieren müssen", freut sich der Landrat über die konstruktive Zusammenarbeit in der "Lokalen Aktionsgruppe Westliches Weserbergland". Bürgermeister Buchholz, selbst gebürtiger Möllenbecker, mochte zwar nicht verhehlen, dass die bürokratischen Hürden in diesem Prozess recht erheblich sind ("das ist ein sehr eng geschnürtes Korsett"), gab aber zu bedenken, dass man dadurch auch gewaltige Summen aus den EU-Töpfen zur Stärkungdes ländlichen Raums bewegen kann: "Mit dem spätmittelalterlichen Kloster Möllenbeck und seinem hohen Gotikanteil verfügen wir über einen Anziehungspunkt für den Tourismus. Und nachdem wir das Kloster durch neue Wirtschaftswege auch für Radwanderer aus der Kernstadt erschlossen haben, haben schon im vergangenen Sommer mehr Rintelner als je zuvor die Möglichkeit genutzt, die Klosteranlage kennen zu lernen - mit kräftigen Impulsen etwa für Café und Biergarten im Klosterhof." In Zusammenarbeit mit dem landeskirchlichen Bauamt in Leer und dem Bauamt der Stadt Rinteln wurden inzwischen die Weichen für eine baldige Auftragsvergabe gestellt: Zuvor müssen allerdings noch die Balken im Ostflügel und die Decken auf ihre Statik untersucht werden und auch in Sachen Denkmalschutz sind noch einige Fragen offen, etwa zur Heizungsanlage. Insgesamt seien die Vorbereitungen aber eher schnell als langsam gelaufen, so dass noch in diesem Sommer mit den Arbeiten begonnen werden kann und diese spätestens im kommenden Jahr zum Abschluss kommen werden: "Da haben alle am Gelingen und nicht am Verhindern gearbeitet."

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