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"Sozialer Tag": Hunderte Schüler im Landkreis erwirtschaften Lohn für einen guten Zweck

Raus aus der Schule - und ran in die Arbeit

Landkreis (sk). Gestern haben hunderte Schaumburger Schüler unter dem Motto "Sozialer Tag 2006" die Schulbank gegen Arbeit in Betrieben, bei Dienstleistern, in Familien und Verwaltungen getauscht. Ihr jeweils selbst ausgehandeltes Entgelt kommt Hilfsprojekten in aller Welt zugute. Schirmherr des "Sozialen Tages" ist Bundespräsident Horst Köhler.

Der bundesweit organisierte Verein "Schüler helfen leben" und die bundesdeutsche Stiftung "Tagwerk" stehen hinter dem "Sozialen Tag", der seit 2000 alle zwei Jahre fester Termin ist. Bislang sind insgesamt 13 Millionen Euro für Hilfsprojekte zusammengekommen. Schüler entscheiden darüber, für welche Projekte das Geld genutzt wird. Beim Auswahltreffen mit insgesamt 200 Schülern in Berlin war Michael Wilkening, Schülersprecher des Schulzentrums Helpsen, dabei. Die von Schülern erarbeitete Summe rund drei Millionen Euro aus dem Jahr 2004 geht unter anderem an eine Tagesstätte für behinderte Kinder in Maglai in Bosnien-Herzegowina, an das Jugendzentrum gegen Rechtsextremismus in Serbien-Montenegro und die Jugendgesundheitsinitiative für Südosteuropa. Im Schulzentrum Helpsen haben sich 450 der 600 Schüler einen Eintagsjob gesucht. 16 Jungen und Mädchen wurden im Auftrag der Volksbank in Schaumburg, Hauptstelle Kirchhorsten tätig. Zwar konnten aus Datenschutzgründen keine Aufgaben in der Bank vergeben werden. Dafür säuberten die Schüler das Gelände der "Grünen Mitte". Einen symbolischenScheck über 200 Euro übergab dafür Hauptgeschäftsstellenleiter Uwe Fauth an Michael Wilkening. Die Summe wird auf ein Konto des Vereins "Schüler helfen leben" überwiesen. Im Feinkosthaus Tietz fand Lennart Crosley vom Wilhelm Busch Gymnasium Arbeit, zeichnete Waren aus, räumte Kisten aus und Regale ein. Es sei schön, den "Schulalltag mal zu durchbrechen", so der 16-Jährige. Tietz-Mitarbeiter Fred Tüting bescheinigte dem Schüler spontan ein freundliches Wesen, "wo die Kunden drauf zugehen". Eineschöne Erfahrung für den WBG-Schüler. Nicht mit Flaschen, Kisten und Gläsern sondern mit Blumen und Erde haben sich drei Schüler der Haupt- und Realschule Am Schlosspark auseinandergesetzt. Im Pflanzenhof am Ostring fegten Eva Nordmeier und deren Zwillingsbruder Philip (13) sowie Marcel Geyer (13) Ausstellungstische sauber, arrangierten Topfblumen, entfernten Unkraut. Dem Trio machte die vierstündige Tätigkeit laut einmütigem Bekenntnis Spaß.

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