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Service-Agentur prüft Kurort auf Herz und Nieren / Es geht um die Anerkennung über 2011 hinaus

"Prädikat" für Bad Eilsen? Gutachter begeistert!

Bad Eilsen/Hannover (tw). Wenige haben von seinem Besuch in Bad Eilsen gewusst, noch wenigere haben ihn bei seinem Besuch gesehen - Doch er war da: Albert Martens, Chef der Service-Agentur beim Heilbäderverband Niedersachsen mit Sitz in Bad Zwischenahn. Ein Mann, der in der Landeshauptstadt für die Zukunft Bad Eilsens die entscheidende Weiche stellen soll. Es geht um nichts Geringeres als ein Qualitäts-"Prädikat" des Wirtschaftsministeriums für den Kurort ...

"Ich habe Albert Martens vor vier Wochen bei einem Vortragüber die am 1. Mai 2005 in Kraft getretene Kurortverordnung in Hannover getroffen. Er hat mir dringend empfohlen, das Prädikat zu beantragen. Da habe ich ihn gleich nach Bad Eilsen eingeladen", berichtet Bürgermeister Horst Rinne, der gerade über den Landkreis den entsprechenden Antrag stellt. Persönlicher Eindruck von Martens, der den Badeort bislang nicht kannte und von Rinne geführt wurde: "Ich bin sehr beeindruckt vom Ambiente Bad Eilsens, habe darüber bereits einen längeren Vermerk gefertigt." Der Leiter Service-Agentur auf Nachfrage dieser Zeitung: "Die interessanteste Entdeckung war für mich der top gepflegte Kurpark, abgerundet durch die malerischen Altbauten drum herum - das hat was!" Schwer beeindruckt zeigte sich Martens auch von der Geschichte des Fürstenbades: "Der Bürgermeister hat sie ungemein spannend erzählt." Weitere Stationen der Visite, die den Leiter nicht minder für Bad Eilsen einnahmen: Julianenhof, Touristinfo, Wandelhalle, Remise und und und ... Abgerundet wurde das Bild durch einen Blick von der Schaumburg und einen Besuch in der Bückeburger Traditionsgaststätte "Falle". Fazit Martens: "Die Mängel, die das ,Europäische Tourismusinstitut' 2003 in Bad Eilsen reklamierte, kann ich nicht nachempfinden." Damals war im Zuge der "vergleichenden Kurortanalyse" unter anderem das Wegenetz im Badeort gerügt worden. Doch: "Seit 2003", hat sich der Leiter überzeugt, "ist hier viel passiert. Allein wenn ich zum Beispiel den gelungenen LVA-Neubau und die sanierte Wagenremise sehe..." Allerdings legt Martens den Finger auch auf Juckepunkte: "Die Fassade des Kurtheaters ist marode und unansehnlich." Außerdem müsse Bad Eilsen ein wachsames Auge auf die Luftqualität haben, die sich keinesfalls weiter verschlechtern dürfe. Beides sind Punkte, die in die Bewertung des Gutachters mit einfließen. Immerhin: "Meine Befürchtung, dass Bad Eilsen durch die Neuregelung derzeit als Kurort nicht anerkannt sein könnte und folglich auch keine Kurtaxe nehmen dürfte, hat sich gottlob nicht bestätigt", so Rinne. Der "alte" Kurort-Status bleibe Bad Eilsen - so oder so - bis Ende 2011 erhalten. Schön auch: Weil das jüngste luft- und heilklimatische Gutachten des Deutschen Wetterdienstes noch gültig ist, werde das angestrebte "Prädikat" die Gemeinde weniger als 2000 Euro kosten. "Hätten wir dagegen mit dem Antrag noch gewartet", so Rinne, "wäre ein neues Gutachten fällig geworden, hätten wir für das Verfahren gut und gerne 30 000 Euro zahlen müssen". Mit einer Entscheidung in Sachen "Prädikat" für Bad Eilsen ist laut Martens "vielleicht noch im Laufe des Herbstes" zu rechnen. Zur neuen Verordnung siehe auch Bericht unten und Kommentar links.

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