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Alle kommen sie aber aus Wiedensahl / Sippenkundler forscht im Staatsarchiv

Ob sie nun Spannuth, Spannaus oder gar Spanutius heißen...

Bückeburg (gp). Sie heißen Spannuth, Spannaus und Spanutius, sprechen verschiedene Sprachen und sind über die ganze Welt verteilt. Eins haben sie alle gemeinsam: Sie stammen von einer alten Wiedensahler Bauernstelle ab. Aus unerforschlichen Gründen ist dort vor langer Zeit eine "ganz normale", damals hierzulande tagtäglich beim Ausspannen von Pferden genutzte Redewendung ("spann ut!") auf die Hofbewohner übertragen worden.

Bis Mitte des 16. Jahrhunderts blieb die neue Namensschöpfung "Spanuth" als dörfliche Besonderheit vor Ort. Dann breiteten sich die Nachkommen der zuletzt fünf Wiedensahler Familien - nicht zuletzt dank einiger Auswanderer - explosionsartig in die nähere und weitere Umgebung aus. Schon bald tauchten auch abweichende Schreibweisen auf. Ein Namensträger in Stadthagen legte sich die vornehme lateinische Variante "Spanutius" zu. "Wie viele Abkömmlinge es heute weltweit gibt und wo sie alle leben, ist schwer zu sagen", mag sich Familienforscher Ernst Spannuth auf keine exakte Zahl festlegen. Der Rusbender ist - über die hiesige Umgebung hinaus - als fachkundiger und engagierter Hobby-Historiker bekannt. Fest steht für Spannuth nur, dass es im deutschsprachigen Raum drei besondere Siedlungsschwerpunkte gibt - den heimischen Weserraum, die Gegend rund um Gifhorn und das Bundesland Thüringen. Vielleicht ist die ungewöhnliche Namensgebung der Grund dafür, dass sich die "Span-uths" seit jeher besonders emsig mit ihrer Herkunft beschäftigen. Schon vor rund 100 Jahren legte ein Lehrer namens Gottfried Spannuth eine ausführliche Stammesdokumentation vor. 1970 ging in Wiedensahl das erste Familientreffen über die Bühne. Heute wird die Spurensuche sogar "mehrgleisig" betrieben. Um die Span(n)uths und ähnlich klingende Ausformungen kümmern sich Ernst Spannuth aus Rusbend und Michael Spanuth aus Hamburg: "www.spanuth-familie.de". Namensvetter Dr. Roland Spannaus aus Dresden gilt als Spezialist für die "Span(n)aus-Ableger": "www.spannaus.de". Momentan sind alle drei mit der Vorbereitung des bislang größten und aufwändigsten Stammestreffens aller Zeiten beschäftigt. Es geht vom 8. bis 10. September in Bückeburg über die Bühne. Auf dem Programm der dreitägigen Veranstaltung stehen Arbeitsgruppensitzungen, Ausstellungen und Fachvorträge. Zentraler Treffpunkt und Tagungsraum ist der Rathaussaal. Höhepunkt ist ein samstägliche "Familientag". Dabei werden sich alle derzeit bekannten Haupt-, Neben- und Seitenlinien des globalen Familienunternehmens vorstellen. Cheforganisator Ernst Spannuth benötigt allein zur Präsentation der Ahnentafeln mehr als 40 laufende Meter Stellfläche. Ergänzend dazu wird eine Broschüre mit den aktuellsten Forschungsergebnissen erscheinen. Das Interesse ist groß. 150 Teilnehmer haben bereits fest zugesagt, darunter Sippenangehörige aus Großbritannien, Argentinien und den USA. Zur Ergänzung des historischen und familienkundlichen Teils stehen Trachtenvorführungen und Ausflüge ins Schaumburger Land einschließlich Wiedensahl auf dem Programm - natürlich mit Reiseunternehmer und Namenträger Bus-Spannuth.

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