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NNG will im Sommer Antrag auf Bergabbau stellen / Kritische Fragen bei der SPD Steinbergen

"Null-Lösung für den Betreiber undenkbar"

Steinbergen (wer). Für die Norddeutsche Naturstein GmbH (NNG), die ihre Pläne zum Abtrag des Messingsbergs am Freitag in Steinbergen präsentierte, war es ein Testballon, das öffentliche Echo auf die umstrittenen Pläne einzufangen. Der Gegenwind der Nachbarn aus Steinbergen war spürbar: Die Betreiber mussten sichkritische bis bekennend "böswillige" Fragen gefallen lassen. Ungeachtet dessen beginnt nächste Woche das Antragsverfahren: Für den 2. Mai ist der Scoping-Termin angesetzt, Startschuss für das spätere Genehmigungsverfahren.

Am Abbaukonzept für die östliche Kammlinie hat sich nichts geändert: Bis zu 15 Meter soll der Berg tiefer gelegt werden. Erreicht wird diese Differenz in 30 bis 50 Jahren, wenn die Bäume des Wiederaufforstungsprogramms entsprechend gewachsen sind. Ortsbürgermeister Heiner Bartling hat nachgerechnet: "Ich wäredann 109." In den ersten Jahren und Jahrzehnten würde die Höhendifferenz zum westlichen Teil des Berges größer sein. Der erste sichtbare Schritt der "Sanierung" bedeutet Abholzung: Der Kamm würde kahl geschoren, das Landschaftsbild auch aus südlicher Blickrichtung gravierend beeinflusst. Im Sommer will die NNG den Antrag beim Gewerbeaufsichtsamt einreichen, der Landkreis jedoch könnte die Pläne durch sein Einspruchsrecht gegen die Löschung des Landschaftsschutzgebietes blockieren. "Das Umweltministerium könnte sich darüber hinwegsetzen", ließ NNG-Landschaftsplaner Georg von Luckwald durchblicken, wo aus Sicht der Antragsteller der Hammer hängt. Bis zur Antragstellung soll ein "Arbeitskreis" gegründet werden, an dem sich auch Naturschutzverbände beteiligen könnten, verkündete NNG-Bereichsleiter Thomas Wolff. Dessen Ergebnisse könnten zur "Modifizierung" der Planungen führen. Luckwald indes stellte klar, dassüber die vom Naturschutzbund favorisierte Null-Lösung "nur sehr begrenzt" diskutiert würde. "Das ist für den Betreiber undenkbar." Die Kritik der Zuhörer auf der Veranstaltung des SPD-Ortsvereins zielte geographisch vor allem auf den westlichen Teil des Berges, der in die Planungen der NNG nicht einbezogen ist. Mit dem Abtrag im Osten werde auch der ohnehin nicht mehr standsichere Westbereich instabiler, weil ein weiteres Widerlager beseitigt werde. Und zwar aus Kalkül, wie ein Zuhörer den Betreibern vorhielt: "Sie wollen sich den Rest des Berges zur Beute machen." Neben dem Fehlen eines Gesamtkonzeptes stieß die Aussage der NNG auf Kritik, durch den Abtrag im Osten Sicherheit am Messingsberg zu schaffen. "Wenn eine Einzäunung im Westen ohnehin notwendig bleibt, warum dann der Abtrag im Osten?" Auch Luckwald räumte ein, dass die Steilwand im Westbereich gesichert werden müsse. NNG-Bereichsleiter Wolff ließ sich die Bemerkung entlocken, dass auch im westlichen Bergteil Eingriffe nicht ausgeschlossen werden: "Am Ende aller Tage könnte herauskommen, dass wir auch im Westbereich Masse herausnehmen müssen, um eine Rutschung zu verhindern."

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