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Brücken-Prüfbericht des Bauamts: Aue-Brücke Evesen muss neu gebaut werden / Widdserburg marode

Note "befriedigend" für Bückeburgs 42 Brücken

Bückeburg (rc). Einsturzgefährdet ist keine Brücke im Stadtgebiet von Bückeburg. Bei zweien besteht aber erheblicher Sanierungsbedarf: zum einen an der Aue-Brücke an der Schaumburger Straße kurz vor dem Gevattersee, zum anderen an einer Holzbrücke in der Bückeburger Niederung, die allerdings nur noch von Fußgängern genutzt wird. Das teilte Bauamtsleiter Karlheinz Soppe in einer Sitzung des Bau- und Umweltausschusses mit. Dringend saniert werden müsste auch die Fußgängerbrücke über die Bahngleise an der Widdserburg. Hier soll aber zunächst nur das Notwendigste getan werden, beschloss der Ausschuss einstimmig am Dienstagabend.

Insgesamt 42 Brücken unterschiedlichster Bauweise und für unterschiedlichste Nutzungen gibt es in der Stadt Bückeburg, wie der Bauamtsleiter erläuterte. Alle sechs Jahre müssen die Brücken turnusgemäße einer Hauptuntersuchung unterzogen werden. Eine einfache Prüfung mit Sicht- und Zustandkontrolle muss außerdem alle drei Jahre erfolgen, Holzbauwerke müssen jährlich überprüft werden. Die letzte Hauptuntersuchung ist 2005 vorgenommen worden. Sie ergab Zustandswerte zwischen 2,5 bis 4. "Insgesamt befinden sich die Brücken in einem befriedigenden Zustand", so das Fazit Soppes. Entdeckte Mängel und Sanierungsarbeiten sollen in diesem Jahr mit zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln und durch Arbeiten des Baubetriebshofes behoben beziehungsweise ausgeführt werden. Bei drei Brücken reichen die Gelder und das Können des Baubetriebshofes aber nicht mehr aus. Auebrücke Schaumburger Straße: Sie erhielt bei der Hauptprüfung die Note 4; erhebliche Mängel, dringende kurzfristige Sanierung erforderlich. Im Zuge der Überprüfung wurde festgestellt, dass die Tragfähigkeit nicht mehr gegeben ist. Daher wurde bereits eine Gewichtsbeschränkung auf 1,5 Tonnen angeordnet. Insgesamt wird die Brücke als "nicht mehr sanierungsfähig" eingeordnet und muss nach Aussage eines Gutachters neu gebaut werden. Zwischen 80- und 100 000 Euro müssten dafür spätestens 2007 zur Verfügung gestellt werden, sagte der Bauamtsleiter. Da die Brücke genau auf der Landesgrenze steht, sollen mit der Stadt Minden Gespräche geführt werden, dass sie die Hälfte der Kosten übernimmt. Auebrücke Bürgerdamm Bückeburger Niederung: Da sie mitten im Naturschutzgebiet liegt, wurde im Ausschussüberlegt, ob sie nicht komplett abgerissen werden kann und auch nicht wieder ersetzt wird. Derzeit kann die Brücke noch von Fußgängern genutzt werden, für jeglichen anderen Verkehr ist sie gesperrt. Fußgängerbrücke Widdserburg: Sie erhielt bei der Hauptprüfung die Note 2,8; noch ausreichender Zustand, aber kurzfristige Instandsetzung und Erhöhung der Verkehrssicherheit erforderlich. Immerhin 88 000 Euro würde die Sanierung verschlingen, wie die Kalkulation des Gutachters ergab. Viel zu teuer, wie Bauamtsleiter Soppe befand. Da sich die Bahn AG derzeit noch nicht geäußert hat, ob und wann sie die Zwei- auf die Viergleisigkeit erweitert und/oder den Bahnübergang Lehnhof schließt, schlug Soppe eine Sparvariante vor. Die gravierendsten Schäden werden beseitigt, ansonsten wird eine Verschlechterung der bereits vorhandenen Schäden bis zur nächsten Hauptprüfung 2011 hingenommen. In der Hoffnung, dass die Bahn AG bis dahin entschieden hat, was sie machen will ...

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