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Faurecia: Betriebsrat freut sichüber "deutlich verbesserte Wettbewerbsstellung"

"Nicht mehr auf der Intensivstation"

Stadthagen (ssr). Eine "deutlich verbesserte" konzerninterne Wettbewerbsstellung hat sich das Stadthäger Werk des Autositzherstellers Faurecia nach Angaben des Betriebsrates in den vergangenen 15 Monaten erarbeitet. Im Jahr 2005 habe das Werk mit seinen jetzt 658 Mitarbeitern erstmals seit einigen Jahren wieder einen Gewinn erwirtschaftet. Das war die Kernbotschaft während einer Pressekonferenzdes Betriebsrats im Anschluss an Gespräche des heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy mit der Arbeitnehmervertretung und der Geschäftsleitung.

"Der Patient liegt nicht mehr auf der Intensivstation, aber er konnte das Krankenhaus auch noch nicht verlassen." Auf diese griffige Formel brachte Edathy die Quintessenz seiner Eindrücke, die er auf Einladung des Betriebsrates gestern bei Faurecia gewonnen hatte. Beeindruckt habe ihn der gemeinsame Wille von Geschäftsführung und Betriebsrat, "im produktiven Miteinander" die Lage weiter zu verbessern. Nach dem Gespräch mit den beiden Werksleitern Günther Laser und Frank Rauss sowie mit Michael Freiboth von der Geschäftsleitung habe er den Eindruck, so Edathy, "dass es das echte Interesse des Managements ist, den Standort hier in vollem Umfang zu erhalten". Die Situation der Zentrale (Forschung und Entwicklung sowie Verwaltung für Faurecia Deutschland) mit ihren aktuell 1162 Mitarbeitern (exakt 100 mehr als vor einem Jahr) erscheine ohnehin als sehr stabil, tat Edathy kund. Aber auch das Werk, in dem im Laufe des Jahres 2005 allerdings 120 Arbeitsplätze weggefallen sind, sei konzernintern "wieder richtig ins Geschäft gekommen". Was die Qualität, den Krankenstand, die Liefersicherheit, die Kundenzufriedenheit und vor allem die Produktivität des Werkes angehe, seien in den vergangenen 15 Monaten messbar richtig Fortschritte erzielt worden, berichtete Betriebsratschef Jürgen Bittner. Die hiesige Geschäftsleitung habe berichtet, das werde mittlerweile auch in der französischen Konzernzentrale so gesehen: "Wir gelten dort definitiv nicht mehr als verlorener Posten", überlieferten Bittner und sein Stellvertreter Peter Heise. Die Belegschaft habe "ihre Hausarbeiten gemacht", hob Bittner hervor. An einer weiteren Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit werde gearbeitet. Nun bestehe allerdings auch die Erwartung, dass die Unternehmensleitung "ein Signal für die Zukunft gibt", fuhr der Arbeitnehmersprecher fort. Man setze auf Aufträge für neu entwickelte Produkte und erhoffe sich Modernisierungs-Investitionen im Stadthäger Werk, um den hiesigen Standort mittelfristig zu sichern. Ein geeignetes Mittel dafür sei die Steigerung der Qualität der Maschinen und damit einhergehend der Qualifikation der Mitarbeiter, sagte Bittner. Daher sei es ein "falsches Signal", wenn die Geschäftsleitung angekündigt habe, im laufenden Jahr im Werk keine Auszubildenden einzustellen. "Wir werden dagegen Sturm laufen", kündigte der Betriebsratschef an. Gerade Nachwuchs an gut qualifizierten Facharbeitern könne ein großes Plus für das Stadthäger Werk sein.

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