weather-image
Landkreis und Jägerschaft führen vereinzelte Funde toter Vögel auf Nahrungsmangel zurück

Nicht jede tote Drossel hat gleich Vogelgrippe

Bückeburg (rc). "In den Hofwiesen liegt ein toter Vogel!" Eine Information, die auch unsere Redaktion gestern Morgen erreichte. Vogelgrippe? Er wisse ja nicht, ob das wichtig sei, aber: "Schauen Sie doch mal!" Gesagt, getan und hin. Im Graben, halb vom Wasser bedeckt, findet sich ein toter Vogel, offensichtlich ein Greifvogel.

Anruf bei Landkreis und Kreisjägerschaft. Beide warnen vor Panikmache: "Bei einem einzelnen toten Vogel, vor allem einem Greif, ist eher ausgeschlossen, dass er an Vogelgrippe zugrunde gegangen ist." Erst wenn sich an der gleichen Stelle mehrere tote Vögel fänden, sei Vorsicht angebracht. Am Ende eines strengen, langen Winters sei es normal, wenn sich vereinzelt Vögel aller Arten fänden, die wegen mangelnder Nahrungsquellen schlicht und einfach verhungert seien. Besonders bei Vögeln, die höher in der Nahrungskette stehen, finde im Winter eine natürliche Auslese statt, sagt Kreisjägermeister Heinrich Stahlhut-Klipp im Gespräch mit unserer Zeitung. DerSchnee und Frost der vergangenen Woche habe den Nagetieren, bevorzugte Beute der Greife, hart zugesetzt, so dass auch die Greife schließlich nicht mehr genug Nahrung gefunden hätten. Gleiches gelte etwa auch für Fischreiher, die angesichts der zugefrorenen Gewässer nicht mehr an ihre Beute gelangt sind. Sie sind daher auf Felder und Wiesen ausgewichen, ebenfalls auf der Suche nach Nagetieren als Ersatznahrungsquelle, so die Beobachtungen des Jägers. In den vergangenen Tagen seien bei den Forstämtern im Landkreis vermehrt Sichtungen toter Vögel gemeldet worden. "Das ist richtig und auch gut so, wir nehmen jede Beobachtung auf, sammeln ein und melden im Verdachtsfall weiter." Der Kreisjägermeister: "Bei einzelnen toten Vögeln besteht aber kein Anlass zur Panik." Aber es gelte die allgemeine Warnung: "Tote Tiere auf keinen Fall anfassen!" Hinweise, die auch der Sprecher des Landkreises, Klaus Heimann, unterstreicht: "Vorsicht ja, aber keine Panik." Jeder gemeldet Fall werde fachlichüberprüft, bei Verdachtsfällen die notwendigen Untersuchungen eingeleitet. Der Greif auf den Hofwiesen wurde vom Veterinäramt geborgen. Erste Inaugenscheinnahme und Abtasten: Eindeutig verhungert! Information/Kontakt: Für weitere Fragen hat die Bundesregierung eine mit Experten besetzte Hotline geschaltet: (0 18 88) 5 29-46 01, -46 02, -46 03, -46 04, -46 05 - zwischen 9 bis 17 Uhr. Der Fund toter oder kranker Tiere im Landkreis soll ab sofort Veterinäramt (0 57 22) 96 68 00 oder Rettungsleitstelle (0 57 21) 30 53 oder 703-300 gemeldet werden.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare