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Gemeinderat Buchholz setzt aufÖl-Variante / Spareffekt beträgt 20 Prozent / 12 000-Euro-Investition

Neue Heizung: Mit kühlem Kopf ans heiße Eisen

Buchholz (tw). Es war - bei 32 Grad im Schatten - ein schweißtreibender Beschluss. Dennoch: Kühlen Kopfes hat der Rat Buchholz bei seinem jüngsten Treffen entschieden, im Dorfgemeinschaftshaus eine neue Ölheizung zu installieren; sie soll der Gemeinde künftig 20 Prozent der Energiekosten des "Oldies" einsparen. Das Votum der Bürgervertreter unter Vorsitz von Hartmut Krause fiel nach kontroverser Debatte einstimmig aus. Den Auftrag erhält die Firma "Wiggreber" aus Möllenbeck. Sie hatte am 29. März 2006 mit 11 700 Euro das günstigste Angebot abgegeben.

Gleichfalls beschlossen: Für das Gebäude soll ein Energiepass erstellt werden; er bietet die Grundlage für weitere (Energie-)Sparmaßnahmen am Objekt, die sich der Rat für die längerfristige Zukunft vorbehält. Dafür soll das Haus im Winter mittels Wärmebildkamera auf Undichtigkeiten überprüft werden. Vom Rat verworfen wurden dagegenÜberlegungen, statt auf Öl auf Sole-Wärmepumpen zu setzen. Zurückgestellt wurde das Begehren der SPD-Fraktion, das Vize-Bürgermeister Klaus Kappmeier so formulierte: "Beim Aufheizen des Brauchwassers sollten wir auf Solarthermie setzen. Durch den Einsatz dieser Umwelt-Technologie wären wir Vorreiter in Buchholz." Krause: "Von Sole-Wärmepumpen haben uns Fachleute, hat uns aber auch der Bezirks-Schornsteinfegermeister abgeraten. Sie würden 37 000 Euro kosten. Außerdem wären im Garten hinter dem Gemeinschaftshaus sechs Bohrungen zu je 100 Metern Tiefe erforderlich." Komme hinzu: Das Gebäude sei dafür nicht ausreichend gedämmt, und der Wärmebedarf der einzelnen Räume sei zu unterschiedlich. CDU-Fraktionschef Friedrich Imhoff sieht'sähnlich: "Der Einsatz von Sole-Wärmepumpen ist zwar grundsätzlich sinnvoll, aber dann müssten wir unsere vergleichsweise neuen Öltanks wieder rausreißen - das macht keinen Sinn." Das gleiche sei der Fall, wenn die Gemeinde statt auf Öl auf Erdgas setze. "Idealvoraussetzung", ergänzt Ratsneuling Ulrich Völkel, "wäre bei Sole-Wärmepumpen das Vorhandensein einer Fußbodenheizung". Die aber hat die Gemeinde nicht. Stichwort "Solarthermie", von Kappmeier nicht zuletzt aus Imagegründen befürwortet: "Der Aufwand für eine Solaranlage", so Krause, "wäre zu hoch". Nutznießer wäre allein die über dem Gemeinschaftsraum gelegene Wohnung. Ähnlich auch Imhoff: "Die Energiebilanz wäre am Ende eher schlecht; die Anlage würde mehr verbrauchen als sie produziert." Außerdem dauere es (zu) lange, bis sie sich amortisiere - und das überhaupt auch nur, wenn die Anlage zehn Jahre störungsfrei laufe. Abschließende Meinung von Ex-Ratsherr Rolf Milewczek: "Das Dach des Gemeinschaftshauses ist für eine Solarthermie-Anlage falsch gelegen; es hat nicht die richtige Ausrichtungfür eine optimale Energieausbeute."

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