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Gesamtergebnis 2005 erneut "katastrophal" ausgefallen / Doch "alle Kennzahlen haben sich verbessert"

Neschen AG: Ein Silberstreif am Horizont?!

Bückeburg (tw). In einem Punkt sind sich Stefan Zinn, Vorstandssprecher Neschen AG und Florian Hobbeling, Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), einig: Das Neschen-Gesamtergebnis 2005 ist - erneut - "katastrophal". Aufgrund der hohen Aufwendungen für die Restrukturierung in der gesamten Gruppe musste die Gesellschaft nochmals einen Verlust von 8,7 Mio. Euro vor Steuern hinnehmen (Vorjahr: 13,9 Mio.).

"Die Bilanz der Neschen-AG liest sich wie die Akte eines schwerkranken Patienten", attestiert Aktionärs-Vertreter Hobbeling dem Unternehmen bei der gestrigen Hauptversammlung im Rathaussaal. Ob Neschen indes das Tal der Tränen hinter sich hat und ein wirklicher Silberstreif am Horizont in Sicht ist - darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Größtes Handicap für den DSW-Sprecher: "Die Kapitalrücklage ist aufgebraucht." Nicht "Schönheitsoperationen, sondern weitere "lebenserhaltende Maßnahmen" seinen nötig, um die prekäre Eigenkapitallage so zu verbessern, dass Neschen wieder kreditwürdig werde ... Ein anderer Aktionär hält es für "bedenklich", dass sich die Banken erst im Februar 2006 bereit erklärt hätten, die Kreditlinien zu verlängern - und auch das nur bis zum 30. September desselben Jahres. Dass Neschen in Sachen Eigenkapital am Ball ist, betont Zinn. "Der Vorstand ist im Gespräch mit potenziellen Investoren. Ziel ist es, die Schulden deutlich zu reduzieren und eine solide Grundlage für künftiges Wachstum zu schaffen", so der Vorstandssprecher - ohne allerdings Ross und Reiter zu nennen. Unabhängig davon hätten die Banken auch für die Zeit nach dem 30. September ihr "Wohlwollen" hinsichtlich einer weiteren Verlängerung der Kreditfrist bekräftigt. Für ihn ist klar: Das Tal der Tränen ist mit dem Abschluss der Maßnahmen zur Restrukturierung durchschritten. Zinn: "Nahezu alle Kennzahlen der Gruppe haben sich deutlich verbessert." Außerdem sei zu beobachten, dass sich die Absatzmärkte belebten. Der Vorstand sei daher zuversichtlich, im Gesamtjahr ein "mindestens ausgeglichenes Konzernergebnis nach Steuern" zu erreichen. Einen Beleg dafür bleibt der Vorstandssprecher nicht schuldig: So liege der Konzernumsatz zwischen Januar und Mai 2006 bei 57 Mio. Euro "und damit im Rahmen des Budgets". Im gleichen Zeitraum habe das Konzernergebnis vor Ertragssteuern 0,1 Mio. Euro betragen. "Bereinigt" um die Summe, die besagte Restrukturierung die Gruppe gekostet habe, habe Neschen bislang ein operatives Ergebnis von 1,5 Mio. Euro vor Steuern erzielt. Der Vorstand wird von den Aktionären mit 99,8 Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals entlastet. Die Abstimmung über die Entlastung des Aufsichtsrats erfolgt auf Antrag eines Aktionärs getrennt. Ergebnis: jeweils 99,8 Prozent für Dr. Hans-Günter Scholz und Dr. Henning Sulitze, 72,1 Prozent für Rolf Zinn (Zinn hatte seineigenes Aktienpaket nicht in die Abstimmung eingebracht).

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