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Renaturierung der Aue schreitet voran / Rohrleitung soll freigelegt werden / Unterspülungen zwingen zum Handeln

Nachlässigkeiten bestraft das nächste Hochwasser

Obernkirchen (sig). Sie entspringt dem Bereich zwischen Langenfeld und Hattendorf und fließt gegenüber dem Petershäger Schloss in die Weser. Ihre Wegstrecke ist nicht lang, und dennoch hat sie für das Schaumburger Land die Funktion des bedeutendsten Vorfluters. Deshalb nimmt der Unterhaltungsverband der Bückeburger Aue auch die alljährlichen Kontrollen des Bachlaufes und aller wichtigen Zuflüsse ernst. Spätestens beim nächsten Hochwasser würde man für Nachlässigkeiten bestraft.

Dass die Bückeburger Aue ganz anders kann als gemächlich an Wiesen und Feldern entlang zu fließen, das hat sie in der Vergangenheit mehrfach gezeigt. Im Jahr 2002 gleich zweimal hintereinander. Im Mai trat sie nach einem schweren Wolkenbruch an mehreren Stellenüber die Ufer, und zwei Monate später nach mehrtägigem Dauerregen. Da gab es für die Feuerwehren und für die Bewohner nahe liegender Häuser viele Sonderschichten sowie für die Kommunalpolitiker die Erkenntnis, dass der bisherige Hochwasserschutz noch nicht ausreichend ist. Wenn die Aue ihr Bett verlässt, dann erhöht sich die Strömungsgeschwindigkeit erheblich. Deshalb sei es der richtige Weg, ihr im Zuge der vom Landkreis vorgenommenen Renaturierung zusätzliche Ausdehnungsflächen zu bieten, wie zum Beispiel im Bereich der Vehlener Mühle, bekräftigte der Obernkirchener Fachbereichsleiter Ulrich Kuhlmann bei einem Pausenstopp. Erste Station der Kommission, die von Heinz Grabbe als Vorstandsmitglied des Unterhaltungsverbandes geleitet wurde, war der Beeke-Entlastungsgraben. Er war in den 50-er Jahren angelegt worden, weil die Beeke im Bereich der Bäckerstraße und unweit davon bei der Einmündung in die Aue damals schon weite Flächen überschwemmt hatte. Dieses sonst eher kleine Gewässer kommt aus dem Uhlenbruchtal, wird unter anderem aus der Quelle des Hühnerbaches gespeist und nimmt das Oberflächenwasser der versiegelten Flächen an der Rintelner Straße auf. An der Einmündung in den Aue-Umfluter zeigen sich großflächige Unterspülungen. "Hier sind Wasserbausteine erforderlich und außerdem müssten Erlen und Weiden angepflanzt werden, deren Wurzelwerk die Böschungen stabilisiert", beurteilte Kuhlmann die Situation. Im Bereich des Umfluters, der jetzt in einemLandschaftsschutzgebiet liegt, hat es zahlreiche Auswaschungen gegeben, die in diesem Biotop aber niemanden stören. Der Bach kann sich hier frei entfalten. Südlich des Bornemann-Neubaues an der Industriestraße in Gelldorf traf sich die Kommission mit heimischen Landwirten, um über die als Ausgleichsmaßnahme geplante Öffnung einer 50 Meter langen Rohres zu sprechen, in dem der Liethbach zurzeit unterirdisch verläuft. Im Zuge dieser Maßnahme muss eine Brücke mit einem Zuweg angelegt werden, damit die Landwirte dort weiter ihre Felder bewirtschaften können. Dafür wird der Erwerb von Grund und Boden erforderlich. Inöstlicher Richtung wurden am Liethbach Ausschwemmungen festgestellt. Dort soll die Sohle mit Wasserbausteinen stabilisiert werden. Im welchen Umfang alle festgestellten Mängel beseitigt werden können, muss mit der zuständigen Wasser- und Naturschutzbehörde des Landkreises vereinbart werden.

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