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"Wir bleiben, wo wir sind": Verein fühlt sich an alte Beschlüsse nicht gebunden

Nach neuem Steinanger-Beschluss: Einwohnerschützen stellen sich quer

Rinteln (wm). Es sei ein Irrtum, sagen Egon Könecke und Wilfried Stock vom Vorstand der Einwohnerschützen, wenn die Stadt davon ausgehe, die Einwohnerschützen würden zu den Bürgerschützen ins Eichenwäldchen ziehen, um Platz für eine Bebauung des Steinangers zu machen - wie neuerdings wieder von der Politik gewünscht. Darüber müsse neu verhandelt werden, so Könecke und Stock übereinstimmend.

Der Zick-Zack-Kurs der Kommunalpolitiker, die jetzt doch den Steinanger neuüberplanen wollen, hat auch zu Verunsicherung bei den Bürgerschützen geführt - "wir hängen in der Luft", sagt Vorsitzender Heiner Pape. Mit "Engelszungen", so sieht man es im Rathaus, habe man im Jahr 2002 Einwohner- und Bürgerschützen überzeugen können, das Eichenwäldchen als gemeinsames Schießzentrum zu nutzen. Bonbon für die Einwohnerschützen: Sie hätten ihr eigenes Vereinsheim gekommen. Zugeständnis an die Bürgerschützen: Die Sanierung ihres vorhandenen Hauses einschließlich Heizung. 180 000 Euro, hatte die GVS ermittelt, hätten Um- wie Anbauten gekostet. Sogar die strittige Grundstücksfrage war geklärt. Doch Rintelns Kommunalpolitiker beschlossen: Der Steinanger soll nicht bebaut werden. Für Ersten Stadtrat Jörg Schröder zu voreilig: "Dann hätten wir am Eichenwäldchen längst Einweihung feiern können und ein Problem weniger." Ortsrat wie Verwaltung verhandelten nach dem Ratsbeschluss mit den Schützen neu. Variante eins: Beide Vereine erwerben ihr Gelände für einen symbolischen Euro. Vorteil: Die Stadt ist nicht mehr für die Anlagen zuständig. Nachteil: Sie hätte dann auch keinen Einfluss mehr darauf gehabt. Deshalb konzipierte die Verwaltung ein anders Modell: Einen Pachtvertrag bis2035 für beide Vereine auf ihrem Gelände. Doch unterschrieben sind die Verträge bis heute nicht, denn die Kommunalpolitiker machten Ende 2005 eine Rolle rückwärts: Der Steinanger soll doch bebaut werden - die Einwohnerschützen müssen ausziehen. Doch die fühlen sich nicht an den alten Beschluss gebunden. Die 90 Mitglieder hätten längst einen neuen gefasst, erklärteStock: "Wir bleiben, wo wir sind." Für die angebotenen 180 000 Euro könne man im Grund auch "neu bauen". Der Standort Eichenwäldchen sei auch nicht sonderlich attraktiv: "Wer will da schon im Winter hin?" Dass der Pachtvertrag für das Gelände am Steinanger im nächsten Jahr ausläuft, sieht Stock nicht als Problem an: "Gegen unseren Willen passiert da gar nichts."

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