weather-image
SPD-Bewerber befürchtet Verlust der Bezüge / Partei ist erneut auf der Suche

Nach "Abwägen des Risikos" - Sobbe verzichtet auf die Kandidatur!

Eilsen (tw). Paukenschlag bei der SPD: Genosse Michael Sobbe (39), vom Vorstand des Samtgemeindeverbands am 9. Februar als Kandidat für die Wischnat-Nachfolge nominiert (wir berichteten), will nicht mehr. Entsprechende Informationen der Landes-Zeitung bestätigte der Postbetriebsinspektor gestern auf Anfrage. Damit steht die SPD, die sich bei der Kür eines eigenen Favoriten ohnehin schwer getan hatte, jetzt wieder ohne einen Kandidaten da. Einziger Bewerber um das Amt des Samtgemeindebürgers ist derzeit der Eilser Amtsrat Bernd Schönemann, der als Parteiloser für die CDU ins Rennen gehen soll.

Sobbes Begründung für den Verzicht: "Nachdem ich gefragt wurde, ob ich bei der Kommunalwahl für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters kandidieren will, habe ich einen Eilantrag an das Bundesinnenministerium geschrieben und um eine Beurlaubung für - wenigstens - fünf Jahre gebeten." Die Antwort des Ministeriums liege jetzt vor. Tenor: "Würde ich gewählt werden, würde ich sowohl meinen Beamtenstatus als auch meine Versorgungsbezüge (Rente) verlieren", sagt der Postler. Daraufhin habe er eine "Risiko-Abwägung" vorgenommen - und sei zu dem Schluss gekommen, auf eine Kandidatur zu verzichten. Es tue ihm für die SPD "sehr leid", dass er nicht antrete. Aber: "Es ist für einen Beamten in Deutschland einfacher, Bundesminister als Samtgemeindebürgermeister zu werden." Unbeschadet davon, will er für den Rat Heeßen wieder kandidieren. Jürgen Schmökel, Chef des SPD-Samtgemeindeverbandes, den die Landes-Zeitung gestern im Harz erreichte: "Ich bedauere den Verzicht von Herrn Sobbe sehr. Aber wenn er die Freistellung nicht bekommt, können wir nicht verlangen, dass er finanzielle Verluste hinnimmt. Nun müssen wir mit der Suche wieder neu anfangen." Ganz bei Null aber offenbar auch nicht. Schmökel auf die Frage dieser Zeitung, ob Heinz-Dieter Edler als möglicher Kandidat für die SPD wieder im Gespräch sei: "Ja, unter anderen." Edler, Sozialamtsleiter in Rinteln, ist der Vater von Svenja Edler, Allgemeine Stellvertreterin von Heinz Wischnat in Eilsen. Heinz-Dieter Edler, im Urlaub, war gestern für eine Nachfrage nicht zu erreichen. Doch so oder anders: "Es bleibt dabei: Wir werden der Mitgliederversammlung am 10. Mai einen Kandidaten präsentieren", ist Schmökel zuversichtlich. Zumindest eine Tendenz dürfte sich aber bereits am Freitag, 3. März abzeichnen: Dann kommt der erweiterte Vorstand des SPD-Samtgemeindeverbandes zu einer Sitzung zusammen. Derweil dementiert Schmökel hartnäckige Gerüchte, die besagen, die SPD wolle es nun doch mit Wischnat - notfalls auch als Parteiloser - versuchen. "Herr Wischnat", sagt Schmökel, "hat mir in einem persönlichen Gespräch versichert, dass er (selbst) kandidieren will". Dass aber bestreitet der Samtgemeindebürgermeister. "Herr Schmökel", so Wischnat, "hat mich falsch verstanden". Allerdings: "Würde ich antreten, bräuchte ich nicht mal Unterstützungs-Unterschriften, käme als Amtsinhaber automatisch auf Platz eins des Wahlzettels". Was Heinz Kraschewski, beim Landkreis für Wahlen zuständig, auch betätigt. Wischnat sibyllinisch: "Ich habe mit meiner Entscheidung bis zum 23. Juli, 18 Uhr, Zeit - und warte die weitere Entwicklung ab." Friedrich Feick, Chef des CDU-Samtgemeindeverbandes, wollte den Rückzieher Sobbes nicht kommentieren.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare