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Tränen zum Abschied / Hattendorf künftig zuständig / Küchentrupp soll im Auetal bleiben

Nach 74 Jahren: Feuerwehr Raden wird aufgelöst

Raden (kdt). Auch wenn einige Feuerwehrkameraden sicher gern noch das Jubiläum zum 75. Jahrestag der Gründung der Ortsfeuerwehr gefeiert hätten, es blieb dabei: Die Ortswehr Raden hat sich aufgelöst. Die Jahreshauptversammlunge war die letzte Versammlung, die von Ortsbrandmeisterin Dorle Loos geleitet wurde.

In bewegten Worten und mit Tränen in den Augen verkündete sie das Aus der Wehr, nachdem bis auf zwei Enthaltungen alle anwesenden Mitglieder mit der Schließung einverstanden waren. Bis zur letzten Minute hatten Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grothe, Gemeindebrandmeister Karl-Heinz Nothold und auch Radens Ortsvorsteher Friedhelm Sassenberg gehofft, das sich die Brandmeisterin doch noch "überreden" ließe, weiterhin die Wehr zu führen. Doch ganz persönliche Gründe und die Sorge, nicht ausreichend Personal im Falle eines Falles zur Verfügung zu haben, hat den Entschluss letztendlich untermauert, mit dem Dorle Loos schon ein Jahr "schwanger" geht. Sie wird auch die Leitung des Küchentrupps abgeben, der in der Kreisbereitschaft zum Einsatz kommt. Viele Jahre waren die Radener zusammen mit der Ortswehr aus Rolfshagen im 4. Zug der Kreisbereitschaft Süd integriert und bekannt für ihre schmackhafte und ausgewogene Verpflegung bei Großeinsätzen oder im Kreiszeltlager. Kreisbrandmeister und auch Karl-Heinz Nothold sind bestrebt, den Küchentrupp im Auetal zu halten und haben inzwischen Gespräche mit anderen Ortswehren aufgenommen. Nothold hofft dabei weiterhin auf die Unterstützung einiger Radener Aktiven, dieüber die Abwicklung hinaus weiter tätig bleiben sollen. Für den Brandschutz in Raden ist ab sofort die Feuerwehr Hattendorf zuständig, die auch das "Auffangbecken" für Mitglieder werden soll, die weiterhin der Feuerwehr die "Stange" halten. Hattendorfs Ortsbrandmeister Thomas Peter appelliertean die Mitglieder, nicht der Feuerwehr den Rücken zu kehren, sondern weiter aktiv zu sein, denn für ihn ist es ganz wichtig, dass für mögliche Einsätze in Raden Mitglieder dabei sind, die sich im Bergdorf auskennen. Neben den Führungskräften aus der Feuerwehr waren auch der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Auetal, Hartmut Kuhlmann, und Ortsvorsteher Sassenberg der Brandmeisterin zu Dank verpflichtet. Sie habe, wie sie zum Abschluss selbst sagte, sich nichts vorzuwerfen. Im Gegenteil, die Feuerwehr habe bei allem Tun immer an erster Stelle gestanden und es sei ihr schwer gefallen, den Entschluß zum Rücktritt zu treffen. Mangels Nachfolger oder Nachfolgerin musste die Feuerwehr aus diesem Grund die Tür für immer schließen. Eine Entwicklung, die dem Gemeindebrandmeister ernste Sorgen bereitet. Er sieht in den nächsten zehn Jahren große Probleme auf einige Ortswehren zukommen, weil sich die Personalentwicklung zum Negativen entwickelt. "Es werden und müssen immer mehr jugendliche Mitglieder aus beruflichen und privaten Gründen aus den Dörfern abwandern, die damit eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Wehren verhindern". Das Feuerwehrhaus soll nun in ein Dorfgemeinschaftshaus umgewandelt werden. Erste Gespräche mit der Gemeindeverwaltung sind bereits gelaufen. Doch dazu muss ein Trägerverein gegründet werden, der für den Unterhalt in Zukunft zuständig ist. In einer Bürgerversammlung (vermutlich am 26. Januar) im Feuerwehrhaus sollen die Weichen gestellt werden, damit die Radener Gemeinschaft auch weiterhin zusammensteht.

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