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Volksbankchef Ernst Engelking wird heute verabschiedet / Falkingsviertel als Herzensangelegenheit

Nach 46 Jahren: Vollblut-Banker geht von Bord

Bückeburg (tw). "Wenn ich nicht Bankkaufmann geworden wäre, hätte ich Tischler gelernt", sagt Ernst Engelking. Zwei Bibliotheksstühle hat er in seiner Freizeit bereits gezimmert. Am 3. Februar nimmt der 62-Jährige, dann Bankdirektor "a. D.", den dritten in Angriff.

Dann liegt sie hinter ihm: die Feier, mit der Vertreter aus Politik und Wirtschaft, von Vereinen, Verbänden und Banken den Vorstandssprecher der Volksbank in Schaumburg am heutigen Mittwoch, 1. Februar, im Bückeburger Rathaussaal nach 46 Dienstjahren in den Vorruhestand verabschieden. "Ich bin - oder war - ein Mann des Ausgleichs. Jemand, der die Gabe der Geduld besitzt und zuhören kann", sagt der scheidende Chef. In der Volksbank stand die Tür zu seinem Zimmer immer für jedermann offen. "Ernst" ist nur sein Vorname. Tatsächlich hat Engelking, auch das zeichnet ihn aus, viel Humor. Der Bückeburger, nebenbei auch noch Vater der "Nachtausgabe", hat sich in seiner 25-jährigen Tätigkeit als Volksbank-Vorstand im Landkreis einen Namen gemacht. Engelking hat viel bewegt und entscheidend zum Erfolg der heutigen Volksbank in Schaumburg beigetragen. Nicht nur die Verschmelzung mit den Volksbanken Kirchhorsten, Obernkirchen und Nordschaumburg begleitete er zusammen mit seinen Kollegenüberaus erfolgreich. Bereits 1985 bewerkstelligte er ebenso erfolgreich die Verschmelzung mit der Volksbank Evesen-Warber und 2000 mit der Volksbank Rinteln. Neben seinen beruflichen Erfolgen zeichnet Ernst Engelking besonders sein ehrenamtliches Engagement aus. So ist er aktiv als Mitglied im Wirtschaftsausschuss der Industrie- und Handelskammer Hannover, im Rotary Club, als Vorstandsmitglied des Bückeburger Stadtmarketings und Vize-Vorsitzender des evangelischen Altersheims in Bückeburg. Zudem ist er als Vorsitzender des Beirates Opferhilfe, als Mitglied des Vereins zur Betreuung von Schwerbehinderten und als Hauptmann des Bückeburger Bürgerbataillons tätig. Erst kürzlich hat er zwei neue Ämter übernommen: In der Bürgerstiftung Schaumburg setzt er sich für die Menschen seiner Heimat ein. Ebenso im Beirat des Fördervereins "Via" für Hospizeinrichtungen, um Menschen ein Sterben in Würde zu ermöglichen. Während seiner beruflichen Laufbahn trat der Bückeburger stets für das wirtschaftliche Wachstum in der Region ein. Die Neuerschließung des Wohnparks Falkingsviertel (früher: Kögel-Gelände) war ihm eine Herzensangelegenheit. Investitionen von 1,5 Millionen Euro sollen dafür sorgen, dass die Schaumburger Wirtschaft angekurbelt wird, örtliche Betriebe Aufträge für den Aufbau eines attraktiven Wohngebietes bekommen. Wenn Engelking jetzt geht, zählt die Volksbank in Schaumburg 60 000 Kunden, mehr als ein Drittel sind Mitglieder. Das Vertrauen in die Führung des Schaumburger Kreditinstitutes, das mittlerweile über eine Bilanzsumme von fast 700 Millionen Euro verfügt, wird jedes Jahr vom Aufsichtsrat und von den Mitgliedern bestätigt. Und was macht Ernst Engelking mit der (Frei-)Zeit, die ihm seine Ehrenämter noch lassen? Das Wichtigste ist ihm die Familie. Die Kinder (28, 32 und 36 Jahre) wohnen in Osnabrück, Hamburg und Düsseldorf. Dazu kommen zwei Enkel (2 und 4 Jahre) "Wir freuen und drauf, sie vermehrt besuchen zu können." Mehr Zeit dürfte dem Ehepaar auch für Wanderungen auf den Spurenvon Ingeborg Müller bleiben. Oder für Radtouren. Zum Beispiel zur Schwiegermutter nach Bad Oeynhausen. 33 Kilometer hin und die gleiche Strecke zurück, das ist für Engelking keine Seltenheit. Auch vom Frühschwimmen im Bergbad - "jeden Morgen 1000 Meter" - wird der Banker nicht ablassen. Und dann ist da noch das Dreifamilienhaus an der Maschstraße, das demnächst 100 Jahre alt wird. Da gibt's fast immer was zu tun. Außer an Gas und Wasser wagt Engelking sich an alles ran.

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