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Dr. Roswitha Sommer kündigt Rücktritt an

Nach 24 Jahren: Führungswechsel im Heimatverein

Bückeburg (wer). Nach fast 25 Jahren will sie ihr Amt abgeben: Dr. Roswitha Sommer möchte nicht mehr Vorsitzende des Schaumburg-Lippischen Heimatvereins bleiben. Was sie offiziell nicht bestätigt. Auf einer internen Vorstandssitzung hat sie an ihrer Rücktrittsabsicht indes keinen Zweifel gelassen.

Der Vorstand sucht jetzt einen Nachfolger, und die Zeit drängt: Bereits am 11. März auf der Mitgliederversammlung steht die Neuwahl der Vereinsspitze auf der Tagesordnung. Eigentlich stünden in diesem Jahr keine Wahlen auf dem Programm. Die noch amtierende Vorsitzende hat diesen Tagesordnungspunkt selbst hinzugefügt. Aus welchen Motiven, lässt sie ebenso offen wie ihren Rücktritt überhaupt: "Ich äußere mich nicht dazu", erklärt Dr. Roswitha Sommer auf Nachfrage. Das Schweigen öffnet Raum für Spekulationen. Möglicherweise war der Streit mit Buch-Herausgeber Hartmut Rust ("Unbekanntes Bückeburg") ein nicht ganz unmaßgeblicher Faktor für die Abschiedsgedanken. Die in die Kritik geratene Vorsitzende, die das Vereinsarchiv nur unter sehr restriktiven Auflagen für das Buchprojekt öffnen wollte (wir berichteten), erhielt vom Vorstand bis jetzt keine öffentliche Rückendeckung. Dem Vernehmen nach soll die Vorsitzende auch auf der letzten Vorstandssitzung wenig Unterstützung für ihre eher abschottende Archivpolitik erhalten haben. Dennoch kommt der Schrittüberraschend. Vize-Vorsitzender Dr. Klaus-Henning Lemme bestätigt auf Anfrage, dass die Vorsitzende "ohne Einschränkungen" erklärt habe, sie werde nicht mehr antreten. "Der Vorstand muss jetzt handeln und sich um die Nachfolge kümmern." Bis zur Mitgliederversammlung soll ein geeigneter Kandidat präsentiert werden. Namen werden nach Informationen unserer Zeitung bereits gehandelt - führungslos droht der Verein auch nach der Ära Sommer nicht zu werden. Dr. Roswitha Sommer steht seit 1982 an der Spitze des mitgliederstarken Schaumburg-Lippischen Heimatvereins. In Bückeburg gilt sie mit knapp 25 Jahren im Amt fast als zeitlose Institution, ihre Verdienste für Verein, Museum und Stadt sind unumstritten. Möglicherweise hat die Vorsitzende erkannt, dass der Zeitpunkt für einen Wechsel gerade jetzt gekommen ist - eine Fähigkeit, die sie manch anderem langjährigen Amtsinhaber voraus hätte.

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