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Innerer Bereich der Ortschaft statt Grenzen im Mittelpunkt des Interesses / 35. Besuch bei Rüthemann

Müsinger Schnatgänger auf Abwegen unterwegs

Müsingen (bus). Der Müsinger Schnatgang ist in diesem Jahr ein wenig von der gewöhnlichen Route abgewichen. Am Sonnabend standen nicht wie sonst die Grenzen sondern der innere Bereich der Ortschaft im Mittelpunkt des Interesses. Der von Ortsvorsteher Ekkehard Dürig ausgearbeitete Weg führte über Kreuzbreite und Gümmersholz zu Heino Rüthemann und über die Station "Weidenkorb" zurück zum Dorfgemeinschaftshaus.

Dürig freute sich über die im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Zahl der Schnatgänger. "In der heutigen Zeit ist es, zumal bei wenig galanten Witterungsbedingungen, nicht mehr so einfach, Mitbürger zur Teilnahme an dieser Traditionsveranstaltung zu bewegen", sagte der Ortsvorsteher. Etwa drei Dutzend Frauen und Männer, unter ihnen etliche "Offizielle" mit Bürgermeister Reiner Brombach an der Spitze, begrüßte der Organisator. In der Kreuzbreite stand eine Besichtigung der im November 2005 offiziell eröffneten DRK-Rettungswache auf dem Programm. Das 400 000-Euro-Projekt umfasst 175 Quadratmeter Nutzfläche, eine 155 Quadratmeter große Halle und im Außenbereich 450 Quadratmeter Pflasterfläche. Die 14 Mitarbeiter der Station bewältigen im Jahresdurchschnitt mehr als 5000 Einsätze. Bei etwa der Hälfte der Alarmierungen handelt es sich um Notfalleinsätze, bei denen das Leben eines Menschen auf dem Spiel steht. Der Besuch bei Heino Rüthemann dokumentierte den traditionellen Charakter der Grenzbegehung. Das Anwesen an der Hannoverschen Straße war zum 35. Mal Anlaufpunkt der Inspektionstruppe. Am hervorragenden Punsch gab es sowenig auszusetzen wie in den dreieinhalb Jahrzehnten zuvor. Der Besuch im "Weidenkorb" belegte den Wandel der Zeit. Im Haus Teichstraße 12 ist seit 2003 eine Heimstätte für Mädchen und Jungen entstanden. "Eine therapeutische Übergangshilfe für jüngere Kinder", wie Leiter Lothar Jenßen den Besuchern verdeutlichte. Die bis zu elf Jahre alten Schützlinge verblieben im Durchschnitt etwa ein bis anderthalb Jahre in der von gegenwärtig acht pädagogischen Mitarbeitern betreuten Einrichtung, so Jenßen. Zum Abschluss des Tages wurde im Dorfgemeinschaftshaus ein zünftiges Grünkohlessen serviert, an dem auch zahlreiche "fußmarode" Müsinger teilnahmen. Diesen und den Mitgliedern der marschierenden Abteilung brachte Dürig mit einer sehr umfangreichen aber dennoch kurzweiligen Powerpoint-Präsentation die Schwerpunkte des 2005er Ortsgeschehens in Erinnerung. Die 16 Punkte und 221 Fotos einschließende Schilderung stellte Wachsamkeit und Engagement des Ortsvorstehers gleichermaßen unter Beweis. Weitere Pluspunkte sammelte Dürig mit der Verteilung eigens abgefüllter Schnatgang-Schnäpschen. Die Mittel- und Hochprozenter (Wodka-Feige-Likör und Williams Birnenbrand) erregten wegen ihrer geringen Stückzahl die Aufmerksamkeit von Sammlernaturen. "Wahrscheinlich wird die Serie 2007 fortgesetzt", schürte der Ortsvorsteher Neugier und Interesse für die nächste Grenzbegehung.

  • Im "Weidenkorb" an der Teichstraße erfahren die Schnatgang-Teilnehmer Wissenswertes über die "therapeutische Übergangshilfe für jüngere Kinder". Fotos: bus
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