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Pestalozzischule gewinnt Fifa-Preis / 1700 Projekte aus 49 Ländern

Mit den Riesenschuhen nach Berlin

Rinteln (cok). Im Mai gibt es zur Einstimmung auf die Fußballweltmeisterschaft ein großes Festival im Olympiastadion Berlin, und mit dabei sind die beiden 10. Klassen aus der Rintelner Pestalozzischule. Die Schüler gewannen einen Kreativpreis im Wettbewerb "Talente 2006 - Die Fifa WM in der Schule".

Vielleicht erinnern sich manche Rintelner noch daran, dass vor Wochen eine lustige Schülergruppe mit zwei übermannsgroßen Fußballschuhen durch die Stadt zog (wir berichteten). Die Schuhe waren aus Gips gebastelt, mit den Flaggen aller Länder bemalt und innen drin steckte jeweils ein Jugendlicher, der immer wieder überraschend seitlich die Arme herausstrecken konnte, um vorbeigehenden Menschen zu begrüßen. "Freunde treffen" hieß dieses von Lehrer Heinz Hering initiierte Projekt. Es war eines unter über 1700 Projekten aus insgesamt 49 Ländern, die eingereicht wurden zu dem Fifa-Wettbewerb, bei dem Rudi Völler und die hessischen Kultusministerin Karin Wolff die Schirmherrschaft übernommen hatten, unter dem Motto "Die Welt zu Gast bei Freunden". 100 Schulklassen haben gewonnen, die Pestalozzi-Schule gehörte zu den 20 Gewinnern in der "kreativen" Kategorie. Mit den Freundschaft suchenden Fußballschuhen werden sie auf dem "Talente 2006-Festival" vor großem Publikum auftreten. "Wir hatten auch wirklich sehr viel Arbeit!" sagt Schülerin Sina. Zu Anfang waren die Schüler gar nicht so wild darauf gewesen, sich kopfüber in so eine aufwendige Unternehmung zu stürzen. "Aber ziemlich schnell begann es, uns doch großen Spaß zu machen!" Aus Sperrholzplatten wurden die Schuhsohlen ausgesägt. Ein großes Drahtgestell in Fußballschuhform musste hergestellt werden, um dann mit viel Zeitungspapier und Kleister das Fußballschuh-Aussehen anzunehmen. Dabei wurde so viel gelacht und auch Haare gerauft, denn natürlich ging zuerst einiges schief. Einmal kippte sogar der Schuhturm um und alles musste wieder neu gemacht werden. Die größte Herausforderung aber bestand darin, sich mit den beiden Schuhen, in die man hineinsteigen und sie dann auf Rollen vorwärts bewegen kann, unter die Leute zu begeben. Pestalozzi-Hausmeister Tadge, der die riesigen Dinger auch nach Berlin transportieren wird, brachte sie auf den Marktplatz, und dann hieß es: Nicht mehr schüchtern sein! Giuseppe zum Beispiel wird nicht vergessen, wie er von seinen Freunden in die Markthalle geschoben wurde und von der Verkäuferin eine Klementine in den Schuh gereicht bekam. Der gewonnene Preis besteht aus einem 1000-Euro-Reisekostenzuschuss für die Fahrt nach Berlin und aus dem Auftritt auf der großen Bühne. Die Schüler finden das ganz toll. Nur Lehrer Heinz Hering ist nicht ganz so begeistert, denn alle zusammen werden in Zelten untergebracht. "O je", sagt er, "aus dem Alter bin ich eigentlich raus." Da aber die auch im Projekt engagierten Kollegen Silke Hirsch und Uwe Härtel mitkommen, wird aus dem geteilten Leid hoffentlich halbes Leid. Zumindest schmiedet Hering schon wieder Pläne. "Mal sehen, vielleicht machen wir uns selbstständig und marschieren mit unseren Fußballschuhen aus Rinteln durch das Brandenburger Tor...!"

  • Grüße aus dem Schuh.
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