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Russenkälte beschert Installateuren und Stadtwerken Arbeit / Autowerkstätten im Stress

Minus 16 Grad - wenn die Wasseruhr platzt

Rinteln (wm). Minus 16 zeigt gestern am frühen Morgen das Thermometer in Hohenrode an, die Möllenbecker melden, weil tiefer gelegen, sogar Minus 17 Grad, tiefster Quecksilberstand in diesem Winter, was den heimischen Installateuren Arbeit beschert: Uwe Dreier aus Krankenhagen war gestern Morgen zu drei Häusern im Extertal unterwegs, Eleonore Bödeker meldete eingefrorene Wasserleitungen am Dingelstedtwall und Blumenwall, ähnlich die Situation bei den anderen Berufskollegen in der Stadt.

Schadensbilanz bei den Stadtwerken: Fünf kaputte Wasserzähler. Das Problem sei, berichtete Axel Reineking, Gas- und Wassermeister bei den Stadtwerken, manche Hausbesitzer vergessen ganz einfach, dass im Keller seit dem Sommer immer noch ein Fenster "auf Kipp" steht. Das genüge schon, um bei diesen Minustemperaturen draußen eine Wasserleitung im Keller einfrieren zu lassen: "Die Kälte kriecht die Wände herab, null Grad sind da schnell erreicht." Wie aufgetaut wird, schilderte Reineking, hänge vom Material der Leitungen ab: Metallleitungen meist mit Strom, Kunststoffleitungen mit Heizgeräten. Auch bei den Autohäusern herrschte gestern Hochbetrieb, Ulrich Wollmann vom Kia-Haus am Seetor, am Telefon hörbar im Stress: "Vor mir steht schon die zwölfte Kundin an diesem Morgen, derenAuto nicht anspringt." Die Liste der Probleme bei Autofahrern sei lang: Batterien, die schlapp gemacht haben, vereiste Scheibenwaschanlagen mit röchelndem Pumpsystem, tiefgefrorene Schlösser und Dieselfahrzeuge, die, weil noch mit Sommerdiesel betankt, keinen Rülpser tun. Bei diesen Temperaturengefriert selbst das Auftauspray auf der Autoscheibe schnell wieder zu Pudding. Dafür konnte es die Nachtschicht von Donnerstag auf Freitag beim Polizeikommissariat ruhig angehen lassen. Kein einziger Unfall wurde trotz glatter Straßen in der Nacht gemeldet: "Wir hatten den Eindruck, die Leute waren froh, dass sie bei der Kälte am warmen Ofen sitzen bleiben konnten." Eigentlich eine Wetterlage, um am Wochenende am Doktorsee Schlittschuh zu laufen, noch dazu, wo die Meteorologen Sonnenschein versprechen? Doch Matthias Ebert, der den Doktorseechef Uwe Deppe vertritt, winkt ab. Noch am Mittwoch habe es viele offene Wasserflächen auf dem See gegeben, die erst in der Nacht zum Freitag zugefroren seien. Besonders tückisch, denn man sieht jetzt auf dem zugefrorenen See nicht mehr, wo die Löcher waren, die Eisdecke unterschiedlich dick ist. Deshalb: Schlittschuhlaufen zurzeit noch verboten. Humor ist, wenn man trotzdemlacht und die passenden Kommentare zur Frage, was ist Kälte, holte ein Kollegin gestern aus dem Internet: Minus 15 Grad: Italienische Autos springen nicht mehr an; 16 Grad: Zeit, einen Afrikaurlaub zu planen; 17 Grad: Die Lappen gehen schwimmen.

  • Kontraste: 20 Grad im Wagen - Minus 16 ist die Außentemperatur.
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