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Quere an Arensburger Mühle wird saniert / Dringlichkeit festgestellt / Reparatur kostet 7000 Euro

Marode Brücke: Rat entscheidet pro Familie

Buchholz (tw). Buchholz, deine Brücken ... Erneut ist eine Auequere abgängig. Diesmal hat's die an der Arensburger Mühle erwischt. Hauptbetroffene: die benachbarte Familie Hainke, deren Kinder die Route über das marode Bauwerk als - inoffiziellen - Schulweg nutzen.

Allerdings:Über die Frage, ob die Gemeinde die Brücke sperren oder sanieren soll, darüber gab's unter den Bürgervertretern im Gemeinschaftsraum an der Bückebergstraße eine längere Kontroverse; denn die Arbeiten an dem von Einsturz bedrohten Objekt würden "all inclusive" mit etwa 7000 Euro zu Buche schlagen. Die Frage konkret: Darf die Gemeinde für eine Maßnahme, die so wenigen nutzt, so viel Geld ausgeben? Noch dazu, wo die Ausgabe im Etat 2006 nicht eingeplant ist? Fakt ist: "Die Eisenkonstruktion", so Bürgermeister Hartmut Krause, "ist die gleiche wie bei der Quere am Eisenhammer". Insbesondere der Holzbelag sei morsch. Der Familienvater habe die Fehlstellen im Belag mit zwei Brettern - im Wortsinn - provisorisch "überbrückt". Darüber hinaus roste das Eisen, blättere die Farbe. Zuletzt soll das Bauwerk Ende der 80er Jahre gestrichen worden sein, bevor es vom Aueverband in den Besitz der Gemeinde überging. Krause hat den Rat eines Fachmanns der Firma Hohmeier Anlagenbau (Stadthagen) eingeholt; das ist die selbe Firma, die auch für den jüngsten Neubau der Quere am Eisenhammer verantwortlich zeichnet. Sein Urteil laut Krause: "Die Brücke an der Arensburger Mühle ist sanierungsbedürftig, aber sanierungsfähig." Nach Dafürhalten der Stadthäger sollte das Bauwerk demontiert, entrostet und anschließend komplett verzinktwerden; um auch darüber hinaus eine möglichst lange "Lebensdauer" zu erzielen, müssten die Bohlen durch Stahlbleche ähnlich wie am Eisenhammer ersetzt werden. Wahrscheinliche Gesamtkosten inclusive Wiedermontage: eben jene 7000 Euro. Nicht alle Ratsmitglieder sind auf Anhieb mit dieser Investition einverstanden. "Für das Geld könnten wir den Kindern ebenso gut bis ans Ende ihrer Schulzeit ein Taxi bezahlen", lautet ein freilich nicht ganz ernst gemeinter Einwand. Ein anderer: "Weil der Weg über die Brücke ohnehin kein ,offizieller' Schulweg ist, besteht für die Gemeinde keine Sanierungspflicht." Die Kinder müssten dann eben einen Umweg in Kauf nehmen. Ansichten, die auf den entschiedenen Widerspruch Krauses treffen: "Ich stehe dazu: Auch die Hainkes sind Buchholzer, sogar alteingesessene. Wir dürfen sie nicht vom Ort abnabeln, indem wir ihnen die Quere sperren", so Krause - wohl wissend, dass er sich für sein Sanierungs-Begehren im Ort auch Ärger einhandeln wird. Am Ende der Debatte entscheidet der Gemeinderat pro Familie und damit für ein Sanieren der Quere noch in diesem Jahr. Einstimmig, aber unter der Voraussetzung, dass die Rechnungsprüfer beim Landkreis auf "Eilbedürftigkeit" des Vorhabens erkennen. Nur dann nämlich kann sich die Gemeinde die Ausschreibung sparen und die Kosten gering halten. "Sieht der Landkreis dagegen keine Eilbedürftigkeit", so der Bürgermeister, "müssten wir das Bauwerk zunächst sperren und das Sanieren aufs Jahr 2007 verschieben". Übrigens: Wie Krause noch kurz vor Redaktionsschluss mitteilte, habe der Landkreis für das Projekt "Grünes Licht" gegeben. Die Gemeinde wartet jetzt auf ein - schriftliches - Angebot von Hohmeier. Dann kann's losgehen.

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