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Evangelisch-lutherische Christen sind aufgefordert, am Sonntag zur Wahl zu gehen

"Manche feiern fast ein Gemeindefest"

Landkreis (rc). In einem gemeinsamen Wahlaufruf haben Landesbischof Jürgen Johannesdotter für die Schaumburg-Lippische Landeskirche und Superintendent Dr. Peter Neumann für den Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg die evangelisch-lutherischen Christen aufgefordert, am kommenden Sonntag zur Wahl der Gemeindekirchenräte, beziehungsweise Kirchenvorstände zu gehen.

"Sie schaffen die Rahmenbedingungen dafür, dass die Gemeinden aktiv und lebendig bleiben und haben Anteil daran, das christliche Leben in den Gemeinden zu verwirklichen," schreiben die beiden Geistlichen. Während in der Landeskirche zirka 40 000 Wahlberechtigte an die Urnen gehen dürfen, sind im Kirchenkreis Rinteln, der zur hannoverschen Landeskirche gehört, etwa 37 000 zum Gang an die Urnen aufgefordert. Mit ihrer Kandidatur hätten sich Frauen und Männer bereit erklärt, Verantwortung zu übernehmen, sich zu engagieren und mitzugestalten. "Sie bringen ihren Gaben und Begabungen ein." Die Kirche sei auf diese Gemeindemitglieder angewiesen, auf ihre Kompetenz, auf ihren Einsatz und auf die Idee, damit die Vielfältigkeit des gemeindlichen Lebens mit dem Evangelium verbunden werden könne. Mit dem Aufruf sollten alle Wahlberechtigten im gesamten Landkreis Schaumburg ermutigt werden, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Durch eine breite Wahlbeteiligung würden die Bewerber - auch im Zeichen anstehender schwieriger Entscheidungen angesichts der Finanznot der Kirchen - öffentlich unterstützt. Eine Wahl könne nur erfolgreich sein, wenn sich möglichst alle Gemeindemitglieder beteiligten. Bischof und Superintendent: "Geben Sie durch Ihre Wahlbeteiligung auch zu erkennen, dass Sie etwas von Ihrer Kirchengemeinde erwarten." Bei der letzten Wahl vor sechs Jahren gingen in beiden Teilen des Landeskreises nur etwa 20 Prozent der Wahlberechtigten an die Urne. Während eines Pressegesprächs, an dem auch Pastor Josef Kalkusch als Pressesprecher der Landeskirche teilnahm, zeigten sich alle drei optimistisch, dass am 26. März 2006 mehr Wahlberechtigte zur Urne gehen werden. Es habe eine große Werbeaktion aller Kirchen Niedersachsens gegeben, die von vielen Gemeinden in Schaumburg umgesetzt worden seien. Vorgebenes Motto: "Kirche lebt durch..." Um Wähler zur Wahl zu animieren, würden am Wahlsonntag in einigen Gemeinden besondere Aktionen angeboten. "Manche feiern fast ein Gemeindefest", stellte der Landesbischof etwa im Hinblick auf die geplante Aktivität in der Kirchengemeinde Meinsen fest. Erstes positives Indiz: Die Zahl der Briefwähler ist im Vergleich zur letzten Wahl sehr hoch. Für die Wahlen konnten eineinhalb Mal mehr Kandidaten gewonnen werden als Plätze zu vergeben sind. Während es in den Städten einen regelrechten Kandidatenboom gab, sah es auf dem Lande teilweise etwa anders aus, mussten Johannesdotter und Dr. Neumann einräumen. In einigen Gemeinden kommt es daher nur zu einer Bestätigungswahl, da nur so viel Kandidaten gefunden wurden wie auch Plätze zu vergeben sind. Insgesamt zeichnet sich aber bereits jetzt ab, dass sich Kirchenräte und Vorstände deutlich verjüngen werden. "Wir konnten sehr viele junge Menschen zum Mitmachen finden." Wahlberechtigt ist jeder ab 16 Jahren. Die Wahllokale in den Gemeindehäusern sind von 11 bis 18 Uhr geöffnet, einige Kirchengemeinden öffnen bereits um 8 Uhr. Ab 18 Uhr wird öffentlich ausgezählt. Erste Ergebnisse will Pressesprecher Kalkusch gegen 20 Uhr auf die Homepage der Landeskirche stellen: www. landeskirche-schaumburg-lippe.de .

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