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Frühblüherfest wird zum Winterspaziergang

Märzsonne küsst nur wenige Krokusse wach

Bad Eilsen (sig). "Fünfmal haben wir das richtige Wochenende erwischt; da standen Krokusse und Osterglocken in voller Blüte, aber jetzt kam uns leider zum zweiten Mal eine Frostperiode dazwischen." Dieses Resümee zum Krokusfest klingt, als wollte Bürgermeister Horst Rinne um Nachsicht bitten für eine Bilanz, die sich dennoch sehen lassen kann. Denn wer ist schon in der Lage, beim Aufstellen eines Veranstaltungskalenders vorauszusagen, wann in unseren Breitengeraden der Frühling eintrifft.

Hätte sich das nasskalte Wetter vom Sonnabend mit Schneetreiben fortgesetzt, hätte sich niemand zum Englischen Garten locken lassen. Aber so hatte Petrus wenigstens etwas Einsicht und bescherte der Gemeinde einen sonnigen und klaren Wintertag. Das lockte zwar nur einen Bruchteil der 100 000 Blumenknollen aus dem Winterschlaf, aber die ohnehin spärlichere Besucherschar bekam wenigstens einen Eindruck davon, wie bunt ein Frühlingsrasen aussehen könnte. Im Englischen Garten dominierte am Sonntag noch immer der Schnee. Lediglich die Boulebahnen waren frei und bespielbar. Auf der Harrl-Allee gab es nicht den in anderen Jahrenüblichen Strom von Besuchern, und deshalb mussten dort auch keine zusätzlichen Parkmöglichkeiten geschaffen werden. Nur auf der Südseite vor dem Rathaus der Samtgemeinde entfalteten einige gelbe Krokusse zaghaft ihre Blütenblätter. "Das ist schon eine Art Glücksspiel, denn hätten wir im Voraus den dritten Sonntag im März für das Krokusfest angesetzt, wäre vielleicht bei anderem Wetter schon alles verblüht gewesen", beurteilte Rinne die Situation. Immerhin kamen sogar einige Wanderer durch den Harrl nach Bad Eilsen. Etliche Besucher bemängelten, dass es kaum Stände vor dem "Haus des Gastes" gab. Aber sie hatten sich dabei an die Bauernmärkte erinnert, die im Frühjahr und im Herbst im Kurort abgehalten werden. "Vielmehr haben wir auch in den vergangenen Jahren nicht geboten", betont Touristik-Managerin Elke Dralle. Neben dem Getränke- und Bratwurststand gab es eine Gulaschkanone mit Erbsensuppe. Außerdem war der Bäcker aus dem Holzmindener Raum gekommen, dessen Platenkuchen und Brote wie "warme Semmeln" weggingen. Erstmalig gab es einen Stand an der Kinderbücherei. Dort wurden Schmuck und "altdeutsche" Süßigkeiten angeboten. Im Lesesaal hatte die Trachtengruppe Meinsen-Warber Accessoires der Bückeburger Tracht ausgestellt. Dort wurde gestickt und gestrickt. Die Trachtenträger führten Achttourige vor und zeigten sämtliche zu den besonderen Anlässen und zum Alltag unserer Vorfahren gehörenden Trachten - bis hin zur Hochzeitsausstattung. Renate Gewers gab fachkundige Erläuterungen. Auf besonderes Interesse stieß neben dem schmucken Brautpaar und den Trachtenkindern noch der "Hochzeitsbitter" Gerhard Tiedemann mit seinem Gockelstab, an dem sich Bänder und Blumen befanden. Just in diesem Moment hielt die Showband "Blue Magic Schaumburg" mit ihren Cheerleadern Einzug in den Englischen Garten. Damit stand ein musikalischer Generationswechsel an.

  • Sorgt für flotte Klänge beim Krokusfest und beim Fischmarkt: die Showband Blue Magic Schaumburg. Fotos: sig
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