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Väterchen Frost verzögerte bislang den Aufbruch / Naturfreunde brauchen Mithilfe beim Krötenschutz

Leibspeise der Petzer Störche auf Wanderschaft

Bückeburg (bus). In diesem Jahr läuft in der Natur einiges verquer. Während die Petzer Störche sehr früh ihr Domizil auf dem Domänen-Schornstein ansteuerten, verharrte deren Leibspeise lange im Winterquartier. Klartext: Väterchen Frost hat den Start der Amphibienwanderung erheblich verzögert. "Frösche und Kröten beginnen ihre Reise anno 2006 wesentlich später als in den Vorjahren", hat Rosemarie Eberstein beobachtet. Jetzt stehe wegen der merklich gestiegenen Temperaturen der Zeitpunkt aber unmittelbar bevor, an dem Kamerad Kröte die Wanderschuhe schnüre.

Bückeburgs Natur-Expertin weiß aus Erfahrung, dass Molche, Gras-, Spring- und Moorfrösche sowie Erdkröten sich in diesen Tagen, ihrer inneren Uhr und einem genetischen Code folgend, zu ihren Laichrevieren begeben. Mit der fortschreitenden Jahreszeit sinke die der Wanderbewegung zugrunde liegende Temperaturschwelle. Darüber hinaus komme dem Faktor Niederschlag eine ausschlaggebende Rolle zu. Die faszinierenden und in ihrem Wesen noch längst nicht komplett erforschten Kreaturen machen sich zwecks Ei-Ablage und Befruchtung auf den Weg zu ihren Kinderstuben. Von Menschenhand errichtete Hindernisse wie Straßen und Gräben bedenken die Hochzeitsreisenden dabei nicht. Sie bewegen sich auf ihren angestammten Routen wie ferngesteuert.Dass sie auf der Chaussee häufig den Kürzeren ziehen und die Amour-Tour nicht selten unvermittelt im Kröten-Himmel endet, kann die Verliebten nicht aufhalten. In der während der Kaulquappenphase erfolgten Prägung auf das Laichgewässer fehlt das Kapitel Straßenverkehrsordnung. Und das Kapitel "grippaler Infekt" ebenfalls - Eberstein plagt sich gegenwärtig mit den Folgen eines solchen. Daher appelliert sie gemeinsam mit Barbara Hamalega an tatkräftige Personen, die den Kröten über den Asphalt helfen möchten. In Bückeburg konzentrieren sich die Naturschützer auf das Areal der Hasengarten-Rampe, wo im vergangenen Jahr mehr als 2 500 Amphibien von einem Schutzzaun aufgehalten und gerettet wurden. "Kröten sind weder glitschig noch giftig", teilen die Expertinnen mit. Allenfalls fühlten sie sich etwas kühl an. Hilfsbereite Frauen und Männer erhalten unter der Telefonnummer (0 57 22) 2 44 84 weitere Auskünfte.

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