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Peters-Cup wird in der Kreissporthalle ausgespielt / Schaumburger Prominenz am runden Leder

Lebenshilfe-Fußballer kicken mit dem SC Real

Rinteln (la). Mit einem besonderen Höhepunkt beginnt das Jahr 2006 für die Fußballer der Lebenshilfe Rinteln. Der Startschuss für die Kooperation zwischen den Behinderten und dem SC Rinteln fällt am Freitag, 6. Januar, während des Benefiz-Fußballturniers des SC um den "Peters-Cup". Dann werden nämlich erstmals Bewohner der Lebenshilfe gemeinsam mit Kickern des SC Real spielen.

Das Benefiz-Turnier, an dem Promi-Mannschaften aus Bückeburg, Stadthagen und Rinteln sowie der TC Licht, eine Kundenmannschaft der Firma Peters Lampen, teilnehmen, beginnt um 19 Uhr. Der Sieger des Turniers erhält 500 Euro, die an einen guten Zweck gestiftet werden. "In diesem Jahr haben wir uns erstmals schon im Vorfeld darauf geeinigt, dass die Lebenshilfe Rinteln das Geld bekommen soll", verrät der Vorsitzende des Fördervereins des SC Rinteln, Klaus Peters. Die Moderation des Turniers liegt in den bewährten Händen von Günther Klußmeyer und als Schiedsrichter wird der neue Kreisvorsitzende des NFV, Marco Vankann, dabei sein. Als Gäste haben sich Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier und Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz angekündigt. Während einer Turnierpause gegen 20 Uhr kommt es dann zu dem Einlagespiel mit den Bewohnern der Lebenshilfe. "Wir werden das SC Real-Team und die Lebenshilfemannschaft mischen und daraus zwei Teams bilden, die gegeneinander antreten", berichtet Klaus Peters. Dadurch soll die Chancengleichheit gewährleistet werden. Die Lebenshilfemannschaft braucht sich aber nicht zu verstecken. "Die 16 Männer und zwei Frauen sind hochmotiviert und natürlich auch ziemlich aufgeregt", berichtet Trainer Jürgen Schöbel. "Das Turnier ist für uns eine Gelegenheit, unter andere Leute zu kommen", sagt der Torwart der Lebenshilfemannschaft Alexander Petersen. Man wolle doch auch einmal großen Fußball spielen und etwas lernen. Dabei denkt der junge Mann nicht daran, in die Fußstapfen von Oliver Kahn zu treten, sondern meint den großen Fußball des SC Rinteln. "Wenn wir mit dem SC Rinteln trainieren und spielen können, dann können wir uns weiterentwickeln und haben Spaß am Fußballspielen", so der Torwart. Außerdem freut er sich darauf, im Frühling auf dem Platz des SC Rinteln trainieren zu können: "Das ist besser als unser Acker." "Zwei bis drei meiner Jungs hätten schon die Möglichkeit, in einer normalen Fußballmannschaft zu spielen", berichtete Jürgen Schöbel. Vielleicht könne man ja mit Unterstützung der Lebenshilfe irgendwann eine dritte Mannschaft des SC für den Punktspielbetrieb melden. Ein Kandidat für Rintelns Dritte wäre der Mittelfeldspieler Thorsten van Ommen. Er trainiert zweimal pro Woche bei der TuSG Rolfshagen und nimmt an Punktspielen in der 3. Kreisklasse teil. "Ein Tor habe ich leider noch nicht geschossen, aber das kann ja noch werden", sagte van Ommen, der übrigens mit dem Fahrrad zum Training und zu den Punktspielen von Rinteln nach Rolfshagen fährt. Gemeinsam mit dem Stürmer Andre Reichert war van Ommen auch zu einer Auswahlsichtung für die Behinderten-WM eingeladen. "Beide sind zwar nicht in den Kader aufgenommen worden, aber schon der Tag dort war ein großes Erlebnis für die beiden Kicker", berichtete Jürgen Schöbel. Besonders wichtig ist dem Lebenshilfe-Trainer aber nicht der sportliche Erfolg seiner Mannschaft, sondern der soziale Aspekt der Kooperation. "Die Behinderten bekommen so die Möglichkeit, im normalen Leben Fuß zu fassen, raus zu kommen und ihre Freizeit mit Nichtbehinderten zu verbringen", so Schöbel. Bei dem Spiel am Freitag soll es schließlich nicht bleiben. Demnächst soll gemeinsam trainiert werden, WM-Spiele sollen auf einer Großleinwand im SC-Vereinsheim verfolgt und Bundesligaspiele besucht werden. "Ich freue mich schon auf das Spiel und alles andere", sagte Daniel Klieforth - und hofft, am Freitag ein Tor zu schießen.

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