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Schulausschuss des Kreistags empfiehlt das Erstellen eines schulischen Gesamtkonzepts

Landkreis bremst Ausbaupläne des Adolfinums

Bückeburg (ssr). Das dringende Bemühen des Gymnasiums Adolfinum um eine erneute bauliche Erweiterung (wir berichteten) ist zunächst einmal gebremst worden. Auf Initiative der Kreisverwaltung hat der Schulausschuss des Kreistags den Antrag auf Errichtung von zehn zusätzlichen allgemeinen Unterrichtsräumen plus dazugehöriger Fachräume (Kosten: drei Millionen Euro) zurückgestellt.

Unter Beobachtung der Schülerströme soll in den kommenden zwei Jahren erst ein schulisches Gesamtkonzept für Bückeburg erarbeitet werden. Dann soll erneut entschieden werden. Für diesen Kurs stimmten zehn Ausschussmitglieder, sieben - vor allem CDU-Abgeordnete - enthielten sich der Stimme. In seiner Tischvorlage rechnet das Schulamt vor, nach einem Erweiterungsbau am Adolfinum würden am Schulzentrum Unterwallweg dann zwanzig Unterrichtsräume frei stehen. Angesichts der angespannten Finanzlage sei eine Millioneninvestition daher derzeit "nicht zu rechtfertigen". Zwar sei es "keine glückliche Situation", dass Lehrer des Gymnasiums zwischen dem Adolfinum und der Außenstelle hin und her pendeln müssen, räumt das Schulamt ein. Aber: Die Entfernung sei relativ kurz, die schulischen Funktionen dadurch nicht eingeschränkt und vor allem keine Schüler vom Pendeln betroffen. Nicht zuletzt: Auch an anderen Schulstandorten in Schaumburg gebe es Außenstellen, es handele sich also nicht um eine spezielle Bückeburger Benachteiligung. Das Schulamt verweist zusätzlich auf langfristige Planungen, die sich aus der Schulstrukturreform ergeben könnten. Nämlich "dass die Haupt- und die Realschule im Gebäude der Graf-Wilhelm-Schule zusammengelegt werden sollen, was dazu führt, dass das Gebäude der Realschule mittelfristig als Außenstelle des Gymnasiums genutzt werden soll". Die Zusammenlegung von Haupt- und Realschule "kommt räumlich ab dem Schuljahr 2008/09 in Betracht", so die Verwaltung. Um die Konkretion dieser Planungen und die Entwicklung der Schülerströme in ein Konzept zu binden, würden ein bis zwei Jahre benötigt. Als einzige schwer ins Zeug für den Antrag des Adolfinums legte sich Gerda Wöbking (CDU). Der Gedanke, in der heutigen Realschule eine Filiale des Gymnasiums einzurichten, "stößt in Bückeburg auf allergrößte Ablehnung", stellte sie in den Raum. Dauerhafte Außenstellen seien vom Schulgesetz nicht gewollt und organisatorisch sowie pädagogisch nachteilig. "Unsere Schüler sind das Wertvollste, was wir haben, die brauchen optimale Lernbedingungen, also auch ein eigenständiges Gebäude." Gudrun Wolter (SPD) hielt dagegen: Die Finanzlage erlaube derzeit nur, "genau berechnet bedarfsgerecht zu bauen". Was in Bückeburg baulich eventuell noch nötig sei, könne man abgesichert erst in einem Jahr wissen. Richard Wilmers (parteilos) fügte hinzu: "Wie soll man der Bevölkerung erklären, dass man zwanzig Klassenräume leer stehen lässt. Das wäre purer Luxus." Durchaus Verständnis für eine einjährige Planungsphase hatten Bernd Wolf und Volker Preul vom Kreiselternrat. Beide verlangten aber, keine Zeit zu verlieren und umgehend mit der Entwicklung einer Konzeption anzufangen.

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