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Sprachförderung an Kindergärten wird ausgebaut / "Oberwallweg" profitiert vom Angebot / Vorerst kein Personalabbau

Land macht's möglich: Mit gutem Deutsch fit für die Schule

Bückeburg (tw). Dorothee Andratschke, Leiterin des Katholischen Kindergartens (85 Steppkes) am Oberwallweg, hörte die gute Nachricht als erste: "Das Land Niedersachsen wird die Sprachförderung für Kindergärten ab 2007 von sechs auf zwölf Monate verlängern, das Kultusministerium dafür an Grundschulen, mit denen die Einrichtungen kooperieren, 400 Vollzeitlehrerstellen bereit stellen", sagt MdL Friedel Pörtner.

Der Christdemokrat: "Ziel der Maßnahme, die im Landtag in den zurückliegenden drei Monaten viel diskutiert wurde, ist es, die Deutschkenntnisse der Kleinen zu verbessern - damit noch mehr als bisher am Ende der Kindergartenzeit die Schulreife erhalten und beim Besuch der Grundschulen nicht scheitern." Das Angebot, bei dem der "Oberwallweg" mit den Grundschulen Am Harrl und Petzer Feld kooperiert, ist kostenlos. Es richtet sich hauptsächlich - aber nicht nur - an ausländische Kinder. Denn: "Ohne Sprachkenntnisse scheitert jede Integration", betont Pörtner. Bislang seien in Sachen Sprachförderung 1,5 Wochenstunden pro Kind und Halbjahr vorgesehen gewesen, demnächst soll es (nur) eine Wochenstunde sein, dafür aber für die Dauer eines ganzen Jahres. Hintergrund der Ausweitung ist, dass das Land und die Kindergärten bereits mit der bisherigen Förderung gute Erfahrungen gemacht haben: "Der Anteil ausländischer Steppkes, die am Ende ihrer Kindergartenzeit nicht fit für die Schule waren, ist innerhalb von nur einem Jahr von 20 auf 17,4 Prozent zurückgegangen. Der Anteil der nicht schulfähigen Knirpse insgesamt (einschließlich der deutschen) von 8,1 auf 6,4 Prozent", weiß Pörtner. Zahlen, die in Zukunft noch weiter sinken sollen. Neu auch: Bislang mussten Kinder im September eines Jahres für die Einschulung im August des nächsten angemeldet werden. Jetzt gilt: Der Meldetermin ist bereits im Mai/Juni. "Dann", so der Abgeordnete, "lässt sich schon sagen, ob ein Kinder der Sprachförderung bedarf - oder nicht." Die guten Erfahrungen, von denen Pörtner berichtet, teilt Andratschke für den Katholischen Kindergarten. Dort kamen erstmals 2004 fünf von 43 Eingeschulten in den Genuss der Sprachförderung; es waren allesamt ausländische Kinder. "2006 sind's drei von 24", rechnet die Leiterin. Und ergänzt: "Im Ergebnis waren am Ende alle geförderten Kinder schulfähig, im anderen Fall hätten sie ein Jahr zurückgestellt werden müssen."Ein dickes Lob hat Andratschke in diesem Zusammenhang für die Grundschulen Am Harrl und Petzer Feld, die bereits in der Vergangenheit Lehrkräfte für die Sprachförderung am Oberwallweg abgestellt hatten: "Unsere Wünsche werden berücksichtigt, die Zusammenarbeit klappt reibungslos." Dickes Lob auch an den Träger des Kindergartens, die Katholische Kirchengemeinde sowie die Stadt Bückeburg: "Obwohl die Kinderzahlen auf Sicht zurückgehen werden, das Bistum Hildesheim bereits die Mittel gekürzt hat, ist ein Abbau von Personal im Kindergarten nicht vorgesehen", so die Leiterin. Derzeit arbeiten am Oberwallweg acht Kräfte im pädagogischen Bereich. Immerhin: Für das neue Kindergartenjahr liegen 24 Anmeldungen vor, die gleiche Zahl wie im Vorjahr. Übrigens: Um den Oberwallweg zu besuchen, müssen die Kleinen laut Andratschke nicht katholisch, ja nicht einmal getauft sein. Katholiken sind dort sogar in der Minderheit. Dennoch wird - natürlich - Wert auf Christliches gelegt, insbesondere bei der Vorbereitung auf die großen Feste im Kirchenkalender.

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