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Umsetzung des Konzepts nicht vor 2009

Land hat kein Geld für den Hochwasserschutz

Meinsen/Warber/Rusbend (bus). Trübe Aussichten für den Hochwasserschutz an der Bückeburger Aue: Die Umsetzung des vom Hannoveraner Ingenieurbüro Geumtec entwickelten Konzepts, das Meinsen, Warber und Rusbend gegen die Fluten so genannter Jahrhunderthochwässer wappnen sollte, wird bis mindestens 2009 auf sich warten lassen. "Neue Projekte werden vom Land derzeit definitiv nicht gefördert", erklärte der CDU-Landtagsabgeordnete Friedel Pörtner während eines Ortstermins. Diese Perspektive sei "grausam", zumal eine Kompensation durch EU-Gelder nicht zu erwarten sei.

Teile des Konzepts hätten, ursprünglichen Planungen zufolge, bereits in diesem Jahr realisiert werden sollen. Im (damals vorläufigen) städtischen Haushalt stand ein Betrag von 135 000 Euro zur Verfügung, aus Hannover ein 70-prozentiger Zuschuss in Aussicht. Insgesamt sollten in Meinsen, Warber und Rusbend 303 000Euro investiert werden. Im September 2005 hatte Pörtner auf ein Schreiben aus dem Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz verwiesen, nach dem das Projekt in der Prioritätenliste 2006 Aufnahme finden würde. "Dafür lege ich meine Hand ins Feuer", hatte der Landtagsabgeordnete seinerzeit unterstrichen. Jetzt müsse er zum ersten Mal seit langer Zeit eine negative Nachricht überbringen, sagte Pörtner während des Ortstermins. Die mit dem Landtagsabgeordneten an die Aue gereisten Christopher Wuttke (Vorsitzender der Mehrheitsgruppe im Rat) und dessen Stellvertreter Jürgen Harmening bezeichneten die Entwicklung als "ärgerlich", zumal Stadt und Landkreis ihre Hausaufgaben erledigt hätten. Ortsbürgermeister Dieter Wilharm-Lohmann machte "für die Bevölkerung eine richtige Enttäuschung" aus. Harmening erinnerte daran, dass in den zurückliegenden Jahren "die ganze Region sich mit diesem Thema beschäftigt und sich eingebracht" habe. Alle hätten mitgezogen. Wuttke machte den Vorschlag, das städtische "Konzept"-Geld in die Gestaltung der Meinser Aue-Insel zu investieren. "Obwohl der Hochwasserschutz hiermit passé ist, solltenwir den Kopf nicht in den Sand stecken", ergänzte Wilharm-Lohmann. Auf der Aue-Insel müsse unbedingt etwas passieren. Das Quartett befürwortete die Bildung eines "runden Tisches", an dem alle Beteiligten ihre Vorstellungen zum weiteren Vorgehen darlegen sollen. Das vorerst (und vermutlich auf lange Sicht) gescheiterte Projekt wird nach Aussage des Ortsbürgermeisters als zusätzlicher Punkt auf der Tagesordnung der bevorstehenden Ortsratssitzung (voraussichtlich Dienstag, 11. Juli) erscheinen.

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