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Zukunft des Alten Museums offen / Auch Gastronom Arif Sanal legt Pläne auf Eis

Kosten zu hoch - Investoren winken ab: Kein Wellness-Tempel am Kirchplatz

Rinteln (ur). Ein Refugium für Schönheitspflege, Styling und Wellness sollte es werden, inmitten der Stadt - das alte Heimatmuseum am Kirchplatz, das auch als Modehaus schon mal über viele Jahre Anziehungspunkt der Damenwelt war und seitdem nur noch zeitweise von Antiquitätenhändlern als repräsentatives Ausstellungs-Domizil genutzt wurde.

Ihr gemeinsames Interesse dafür angemeldet hatten Intercoiffeur Thomas Fricke, Petra Tschentscher vom "Haus der Schönheit", Kosmetikerin Birgit Koulen von der gleichnamigen Parfümerie und Sabine Brinkmeyer vom Floristik-Studio am Marktkauf. Nach langwierigen Verhandlungen mit den derzeitigen Eigentümern, Gesprächen mit Architekten und Innenausstattern, Bankleuten und anderen Finanzierungsexperten aber haben die Projektoren des ehrgeizigen Vorhabens inzwischen entschieden, die Sache zumindest an diesem Standort nicht weiter zu verfolgen: "Wir halten zwar an der Idee fest, unsere Kräfte zu bündeln und den Kunden in Stadt und Region ein solches Angebot zu machen, halten es aber an diesem Standort kalkulatorisch für nicht durchführbar: Die Investitionen wären einfach zu hoch. Falls uns jemand ein anderes Objekt in guter Lage anbieten kann - nur zu! Denn wir sind weiterhin fest entschlossen, unser gemeinsames Vorhaben zu realisieren." Parallel dazu hatte der Gastronom Arif Sanal schon ein Nutzungskonzept für das historische Schmuckstück entwickelt - als erlebnisorientiertes Restaurant inklusive einer Biergarten-Nutzung auf dem anliegenden Kirchplatz, doch auch bei seinen Plänen steckte der Teufel im Detail: "Es sind für so eine umfassende Lösung einfach zu viele Entscheidungsträger mit im Spiel, und das entzieht dem an sich attraktiven Konzept eine zuverlässige Grundlage, auf der man verantwortungsvoll kalkulieren kann", heißt es dazu von Sanal, ohne dass er damit eine Schuldzuweisung an Kirche, Stadt oder Eigentümer verbunden sehen möchte. So unbefriedigend die gegenwärtige Situation um die markante Immobilie im Herzen der Weserstadt auch ist: Im Interesse der langfristigen Qualität des Standorts ist es sicher gut, wenn nicht irgendeine Lösung aus dem Boden gestampft wird, die dann wieder nur eine neue "Interims-Ära" begründet - mit dem Risiko des schleichenden Substanzverlustes. Andererseits dürfte der realistische Kaufpreis gegenüber früheren Forderungen der Eigentümergemeinschaft aus Hameln so weit gesunken sein, dass eine Investition zunehmend interessanter wird.

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