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"Verein zur Erhaltung historischer Feuerwehrfahrzeuge" hat betagtes Löschfahrzeug liebevoll restauriert

Knallroter "Löwe" - wie aus dem Ei gepellt ...

Bückeburg. Im Jahr 1986 hat die Freiwillige Feuerwehr Bückeburg-Stadt aus Beständen der Bundeswehr ein Tanklöschfahrzeug erhalten. Nach der farblichen Anpassung an die vorgeschriebene Lackierung ziviler Löschfahrzeuge konnte der Mercedes aus dem Jahr 1957 seinen Dienst für die Stadt Bückeburg aufnehmen. Längst ist der Veteran ausgemustert worden. Jetzt kümmert sich ein Verein darum, dieses und ähnliche Schätzchen für die Nachwelt zu erhalten.

Die Feuerwehr Bückeburg erhielt mit diesem Fahrzeug - TLF 24 von Daimler-Benz, 8,3 Liter Hubraum, 79 kW - die Möglichkeit, einen zweiten Löschzug zu gründen. Nahezu zehn Jahre leistete das alte Tanklöschfahrzeug gute, zuverlässige Dienste. Verschiedene Kameraden aus den Reihen der Ortswehr Bückeburg-Stadt bemühten sich um den Erhalt des Oldtimers. Bis 1996 waren hunderte Arbeitsstunden in den "Löwe 2" investiert worden. Der Name tauchte bei Restaurierungsarbeiten unter der dicken Mattlackierung der Bundeswehr auf - offenbar ein alter Funkrufname des Fahrzeugs aus Bundeswehrzeiten. Im Herbst 1996 sollte dieses historische Fahrzeug ausgemustert werden und vermutlich den Weg allen alten Eisens gehen. Genau zu diesem Zeitpunkt kam eine Gruppe der Feuerwehr mit einem Siegerpokal von einem Oldtimertreffen in Benneckenstein im Harz zurück. Es gab eine kleine "Palastrevolution": Das Fahrzeug sollte, wie auch immer, erhalten werden. Nach längeren Verhandlungen - wesentlichen Anteil an der positiven Entscheidung, zu der man kam, hatte der damalige Bürgermeister Helmut Preul - wurde entschieden, eine Körperschaft - sprich einen eingetragenen Verein - zu gründen. Diese(r) formierte sich im Dezember 1996 und erwarb das Tanklöschfahrzeug zu einem symbolischen Preis. Über einen längeren Zeitraum führte dieser Verein "ein Dasein im Verborgenen", denn es gab viele Probleme unterschiedlichster Art zu bewältigen. Nicht zuletzt waren zwei Umzüge hinderlich, ein geregeltes Vereinsleben ins Leben zu rufen Im Jahr 2004 wurde das historische Fahrzeug anstandslos durch den TÜV gebracht, nachdem mit Unterstützung des Fachbetriebs Tatge einige gravierende Mängel beseitigt werden konnten, die von den Mitgliedern in Eigenleistung nicht zu bewältigen waren (Instandsetzung der Hinterachse inklusive Bremsanlage). Mit einer Sonderzulassung für historische Fahrzeuge kehrte der knallrote "Löwe" unter die zum öffentlichen Straßenverkehr zugelassenen Kraftfahrzeuge zurück. Die Bückeburger konnten das Schätzchen beim "Tag der offenen Tür" der Feuerwehr im September vergangenen Jahres am Gerätehaus an der Röntgenstraße besichtigen. Ab Januar 2006 sollen verschiedene umfangreichere Instandsetzungsarbeiten erfolgen; außerdem liegt unter anderem mündlich die Einladung zu einem Feuerwehrjubiläum im Kreis Quedlinburg im Ostharz vor. Hier wird eine vor Jahren geknüpfte Verbindung aufrechterhalten. Der eingetragene, mittlerweile auch als gemeinnützig anerkannte Verein mit dem Namen "Verein zur Erhaltung historischer Feuerwehrfahrzeuge, Geräte und Literatur Bückeburg e.V." trifft sich seit geraumer Zeit regelmäßig immer am zweiten Donnerstag jeden Monats. Im Winterhalbjahr finden diese Treffen im Feuerwehrgerätehaus Bückeburg statt, im Sommerhalbjahr am Standort des Fahrzeugs, einem landwirtschaftlichen Anwesen in einem Bückeburger Ortsteil. Das historische Fahrzeug präsentiert sich in einem recht passablen Zustand. Viel Arbeit und Mühe wurde investiert, aber auch die Geselligkeit wird in dem relativ kleinen Kreis der Vereinsmitglieder gepflegt. Kontakte zu anderen Oldtimerfreunden, ob in der Nähe, wie etwa in Stadthagen, aber auch in die Ferne, wie im Umfeldvon Hamburg oder in Sachsen-Anhalt, werden gepflegt. Gegenseitige Besuche mit Oldtimern finden in lockerer Form statt. Besonders interessant war die Reise zu einem Oldtimertreffen 2004 nach Clausthal-Zellerfeld. Die Firma Bauerngut aus Bückeburg stellte dafür ihren bekannten Oldtimer aus gleicherEpoche als Begleitfahrzeug zur Verfügung. Kontakt: Wer sich für die Arbeit dieses Vereins interessiert, wer der Feuerwehr sehr nahe steht und sich auch als Werbung für diese wichtige kommunale Einrichtung sieht, ist herzlich eingeladen, hereinzuschnuppern. Sie können sich beim Vorstandsmitglied Karl-Heinz Driftmann, (0 57 22) 59 68 oder Heinz Wittkugel, (0 57 24) 5 19 32 sowie Dirk Thiem, (05722) 913199,über nähere Einzelheiten informieren.

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