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Wanderausstellung zeigt "Zwangsarbeit"

Kirchenjugend erforscht NS-Zeit

Luhden (tw). Steilvorlage von 15 Jugendlichen aus den Kirchengemeinden Luhden, Bad Eilsen und Steinbergen für alle Schulen in Schaumburg: Unter Regie von Pastor Lutz Gräber und Joachim Büge, Jugendwart im Landesjugendpfarramt, sind die 14- bis 19-Jährigen im Landkreis auf Spurensuche gegangen, haben seit Anfang 2005 die Geschichte der Gemeinden in der NS-Zeit erforscht. Schwerpunkt: Zwangsarbeit.

Ergebnis der Recherche im Niedersächsischen Staatsarchiv sind ein Dutzend Foto- und Textplakate, ist über die Archivarbeit hinaus aber auch eine DVD, die Interviews mit fünf Zeitzeugen enthält: Heinrich Böger (Steinbergen); Karl-Heinz Kuhlmann (Steinbergen); Caroline Rahe (Heeßen); Friedel Watermann (Heeßen); Fritz Winkelhake (Bad Eilsen). Ebenfalls auf der DVD befinden sich rund 30 Aussagen von Passanten, die den Jugendlichen in der Mindener Fußgängerzone auf die Frage "Was fällt Ihnen zu dem Begriff Zwangsarbeit ein?" Rede und Antwort gestanden haben. "In der Schule ist das Thema Nationalsozialismus zeitlich undörtlich immer weit weg. Aber dass all das Schlimme auch hier bei uns geschehen ist, das ist - erschütternd", erklärt Tabea Büge (19) ihre Motivation, bei dem Projekt mitzumachen. Nicht minder bewegend als die Gespräche mit den Zeitzeugen war der Besuch des Konzentrationslagers Buchenwald. Die Eindrücke, die die Jugendlichen dort gewonnen haben, sind auf den Textplakaten als persönliche Statements festgehalten. Das Projekt, das die Beteiligten als Fortsetzung der Pionierarbeit von Fritz Winkelhake und Klaus Maiwald (Herderschule) sehen, wurde von der "Aktion Mensch" mit 4000 Euro gefördert. Zu sehen ist die Ausstellung - zunächst - im Gottesdienst am Sonntag, 5. März, ab 10 Uhr in der Christuskirche Bad Eilsen. Danach soll sie als Wanderschau in den Gemeinden gezeigt und auch an Vereine und Schulen ausgeliehen werden. Für letzteres werden noch Räume und leihweise auch Stellwände benötigt. Kontakt: Joachim Büge,Tel. (0 57 51) 78 86.

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