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Einnahmen von 400 000 Euro steht ein Zuschussbedarf von 1,83 Millionen Euro gegenüber / Betreuungsplanung

Kindergärten kosten jährlich 2,23 Millionen Euro

Bückeburg (rc). Die Stadt gibt jährlich 2,23 Millionen Euro für die Kindergärten aus. Einnahmen von 400 000 Euro stehen Ausgaben von 2,23 Millionen Euro gegenüber, so dass ein Zuschussbedarf von 1,83 Millionen Euro besteht. Das geht aus den Haushaltsansätzen hervor, die die Verwaltung dem Ausschuss für Jugend, Familie und Soziales vorgelegt hat.

Größte Einnahmeposten sind zum einen die Elternbeiträge, die sich 2006 auf insgesamt 161 000 Euro summieren sollen, im Vorjahr waren 140 000 Euro veranschlagt. Zum anderen weist das Land Niedersachsen 144 000 Euro zu, dritter größerer Posten sind Erstattungen des Landkreises, die sich auf 60 000 Euro belaufen. Auf der Ausgabenseite schlagen die Personalkosten mit fast einer Million Euro zu Buche. Noch einmal 1,15 Millionen Euroüberweist die Stadt an die anderen Träger von Kindergärten und Kinderspielkreisen, an erster Stelle die Kirche. Amtsleiter Siegfried Demjanenko wies in diesem Zusammenhing darauf hin, dass zwischen Stadt und Landeskirche mittlerweile Vereinbarungenüber die Übernahme weiterer Kosten getroffen worden sind. Wie berichtet, hatte die Landessynode 2004 aus finanziellen Gründen beschlossen, sich noch weiter aus der Finanzierung der Kindergärten unter ihrer Trägerschaft herauszuziehen. Während die Stadt Bückeburg die Miet- und Sachkosten bereits komplett übernimmt, sollte der Anteil für das Personal seitens der Kirche von 20 auf etwa 10 Prozent reduziert werden, und zwar durch die Einführung einer Pauschale, die bis 2008 stufenweise eine Reduzierung von derzeit 9000 Euro je Kindergartengruppe auf 7000 Euro vorsieht. Diese Kostenstrukturveränderungen seien in den Haushaltsansätzen bereits enthalten, bis 2008 das angestrebte Niveau erreicht werde, sagte Demjanenko. Rund 100 000 Euro jährlich wird der Rückzug der Kirche die Stadt zusätzlich kosten. Wie Demjanenko zum Projekt Betreuungsplanung "Kinder sind Zukunft" mitteilte, wird derzeit noch in zwei Planungszirkeln debattiert, ob und wie Kindergartenplätze für Kinder ab einem Lebensjahr angeboten werden können (wir berichteten). Im März sei ein weiteres Treffen dieser Zirkel geplant, bei dem konkrete Zahlen geliefert werden, etwa, wie groß das Interesse der Eltern an einem solchen Angebot ist. Angestrebt wird der Start bereits zum Schuljahreswechsel 2006/2007. Geld sei für dieses Vorhaben nicht in den Haushalt eingestellt, beantwortete Demjanenko eine Frage des CDU-Ratsherrn Christoph Vauth. Es könne nur dort umgesetzt werden, wo geringe Kosten entstünden und vor allem da pädagogische Konzept gesichert sei. Sollten Plätze für Kinder unter drei Jahren angeboten werden, könne dies aus den laufenden Kosten bezahlt werden. Übrigens: Die von Politkern auf Bundesebene diskutierte Befreiung der Eltern von den Kindergartenbeiträgen war dem Ausschuss nicht ein Wort wert.

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