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Gutachter werten Strahlenbelastung durch Mobilfunkanlagen im Bückeburger Stadtgebiet

"Keinerlei Probleme - wenn alles so bleibt"

Bückeburg (rc). Die Strahlenbelastung durch Mobilfunkanlagen im Stadtgebiet gibt unter den derzeitigen aktuellen Bedingungen keinen Anlass zur Sorge. Die Schweizer Grenzwerte, die um den Faktor 100 unter den deutschen liegen, werden im gesamten Stadtgebiet nicht erreicht. Größtenteils werden sogar, noch einmal um den Faktor 10 verringerte, so genannte Vorsorgewerte unterschritten, die sich das von der Stadt Bückeburg beauftragte Institut Ecolog selbst gesetzt hat. Allerdings gibt es besonders um die Mobilfunkmasten an der Wall- und Bahnhofstraße Bereiche, wo die Ecolog-Vorsorgewerte (10 Milliwatt pro Quadratmeter) leicht überschritten werden - allerdings ohne Berücksichtigung und Berechnung von strahlenschützenden Hindernissen wie Mauern, Dämmungen oder Bäumen.

Zu diesen Ergebnissen kommt ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten zur zu erwartenden Strahlenbelastung im Stadtgebiet. Dieses Gutachten stellte Dr. Hartmut Voigt vom Institut für Sozial- Ökologische Forschung und Bildung Ecolog am Donnerstagabend im Bau- und Umweltausschuss der Stadt vor. "Eine wichtige Hilfestellung bei der Ausarbeitung eines Leitplans zum Mobilfunk", wertete der Ausschussvorsitzende Bernd Insinger (SPD) anschließend. "Wenn alles so bleibt, wie es ist, gibt es keine Probleme. Bei weiteren Anträgen für weitere Anlagen und deren Genehmigung sind allerdings Probleme zu erwarten." Probleme gibt esübrigens schon, wenn die Mobilfunkbetreiber über den derzeitigen Ist-Zustand hinausgehen und - bereits genehmigte - weitere Kanäle in Betrieb nehmen oder aber technische Voraussetzungen ändern würden. In diesen so genannten "worst cases" würden in deutlich mehr Bereichen der Stadt, besonders der Innenstadt, die Ecolog-Vorsorgewerte übertroffen - nicht aber die Schweizer Grenzwerte. Bei ihren Untersuchungen unterteilten die Gutachter die Stadt in vier Bereiche: Warber mit den beiden Anlagen am nördlichen Ortsrand; den südlichen Bereich der Stadt mit dem vorhandenen Mast in Knatensen und dem neu geplanten auf dem Harrl; das Zentrum mit den Masten an Wall- und Bahnhofstraße sowie Ulmenallee, Ziegeleiweg und Bahnlinie sowie der Westen mit seinen Masten auf dem Feuerwehrgerätehaus. Warber: Dieser Standort bereit den Gutachtern die geringsten Sorgen. "Unsere Vorsorgewerte werden weit unterschritten", so Dr. Voigt: "Der Standort ist wunderbar." Im Sinne vorsorgenden Gesundheitsschutzes sollte aber versucht werden, weitere Anlagen aus dem Ort herauszuhalten und auf den vorhandenen Masten zu installieren. Südliches Stadtgebiet und Harrl: Im "worst-case", also der Ausnutzung aller Genehmigungen, können an einigen Orten rund um den Knatenser Weg die Vorsorgewerte überschritten werden, im aktuellen Fall aber nicht. Die auf dem Harrl in der Nähe des Bergbads geplanten Anlagen führen nach den Berechnungen der Gutachter auch im "worst-case" nicht zu Überschreitungen der Ecolog-Grenzwerte. Es sei denn, die Mobilfunkstrahlung wird mechanisch abgesenkt, also durch technische Veränderungen an den Anlagen weiter nach unten ins Stadtgebiet gestrahlt. Unter bestimmten Voraussetzungen sehen die Gutachter sogar "Spielraum" für weitere Mobilfunkanlagen auf dem Mast am Harrl. Westlicher Stadtbereich: Auch hier wird der Ecolog-Vorsorgewert in einigen Bereichenüberschritten, allerdings könnten mögliche, technische Veränderungen oder aber die Verlagerung der Antennen von der Feuerwache auf einen eigenen Mast auf den Weinberg die Belastung deutlich verringern und unter die Ecolog-Vorsorgewerte drücken. Zentrum mitöstlichem Kernstadtbereich: Die Einhaltung der Vorsorgewerte ist nicht sichergestellt und kann an einigen Daueraufenthaltsorten sehr deutlich, bis zum achtfachen des Ecolog-Wertes,überschritten werden, ermitteln die Gutachter. Bereits das errechnete "realistische" Maximum für die aktuell installierten Anlagen überschreite den Vorsorgewert in einigen Bereichen. Entsprechend dieser Aussage empfehlen die Gutachter, im Stadtgebiet keine weiteren Masten mehr aufzubauen: "Jeder Ausbau auch im Randbereich würde die Immissionen noch weiter erhöhen." Auch zusätzlich untersuchte mögliche Standorte wie das Pflegeheim an der Scheier Straße, Mast am Parkplatz Ahnser Straße oder auf dem Krankenhaus Bethel seien "nicht wirklich" zu empfehlen.

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