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Am Steinhuder Meer setzt der Frühjahrszug ein / Biologe Thomas Brandt kontrolliert Feuchtwiesen

"Kein Grund zur Panik wegen Vogelgrippe"

Steinhuder Meer (kar). "Bloß keine Panik", tritt Diplom-Biologe Thomas Brandt allen Ängsten im Hinblick auf die Vogelgrippe im Naturschutzgebiet Steinhuder Meer entgegen. Bei dem wissenschaftlichen Leiter der Ökologischen Schutzstation in Winzlar häufen sich die Anfragen, seitdem auch in Europa Fälle von infizierten Zugvögeln bekannt wurden.

Der zunächst in Asien aufgetretene, auch für Menschen tödliche H5N1-Virus ist bei Schwänen auf Rügen festgestellt worden. Wie sieht es da im größten Natuschutzgebiet der heimischen Region aus? "Wir haben noch nichts Auffälliges entdeckt", sagt Thomas Brandt, der wie sein Kollege Thomas Beuster regelmäßig in den Feuchtwiesen der Steinhuder Meer-Niederungen unterwegs ist, um Flora und Fauna in Augenschein zu nehmen. Mit 250 verschiedenen Vogelarten, die hier nachgewiesen werden konnten, gehört die Steinhuder Meer-Region zu den wichtigsten Reservaten für Zugvögel in Norddeutschland. 2500 Hektar umfasst das Naturschutzgebiet, Meer und Umland bilden eins von insgesamt 29 Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung in Deutschland. Zwischen eiszeitlichen Moränen und den nördlichen Ausläufern des Mittelgebirges gelegen, zeichnet sich die Meerniederung durch Moore, Feuchtwiesen, Schilf und Röhrichtzonen, sowie durch den 30 Quadratkilometer großen See, das Steinhuder Meer, aus. "Jetzt setzt allmählich der Frühjahrszug ein", berichtet Brandt und erläutert: "Die meisten Tiere überwintern hier und ziehen dann weiter nach Norden. Was nachrückt kommt hauptsächlich aus Südwesteuropa." Doch auch aus Südosteuropa kehren im Frühjahr die Zugvögel ans Steinhuder Meer zurück. "Von dort kommen vor allem die Störche", weiß der Biologe. Von infizierten Tieren aus der Familie der Stelzvögel aber habe er bisher noch nichts gehört. Nicht ausschließen will Brandt, dass unter den Zugvögeln, die von Südwesten her in ihr niedersächsisches Brutgebiet heimkehren, auch Tiere aus Nigeria dabei sind. Dort ist das H5N1-Virus gehäuft aufgetreten, hat auch schon etliche Tote in der Bevölkerung gefordert. "Die Lage ist in Nigeria aber ganz anders", sagt Brandt. Ähnlich wie in Asien würden auch in dem übervölkerten afrikanischen Land Mensch und Tier in engem Kontakt leben, die Gefahr der Infizierung sei dann größer. Auch wenn bisher vor allem Wasservögel zu den Opfern der Vogelgrippe zählen - für die Segler und die bevorstehende Saison sieht Thomas Brandt keine Gefahr. "Noch gibt es hier keinen einzigen Fall", so der Experte von der Schutzstation.

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