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Experte kommt ins Auetal: Gerd Bücker vom Landespräventionsrat referiert zur aktuellen Situation rechtsextremer Gruppen

"Junge Menschen fit machen gegen Rechtsextremismus"

Auetal (crs). Wo sind NPD-Hochburgen in Niedersachsen? In welchen Regionen ist die Kameradschaftsszene besonders aktiv? Welche Strategien verfolgen die rechten Gruppen, und wie wichtig ist dabei das Internet? Antworten auf diese Fragen hat Gerd Bücker vom Landespräventionsrat Niedersachsen. Am Mittwoch, 28. Juni, kommt der ausgewiesene Rechtsextremismus-Experte ins Auetal: Auf Einladung aller drei Ratsfraktionen, der Gemeindeverwaltung und unserer Zeitung referiert Bücker ab 19 Uhr in der Grundschule Rehren.

Gerd Bücker ist von Haus aus Kriminalbeamter, hat den Beruf von der Pike auf gelernt. In seiner beruflichen Laufbahn unter anderem bei der Polizeidirektion Hannover entwickelte er sich schnell zum Spezialisten für Extremismus von rechts. Seit März 2004 leitet Bücker die neu eingerichtete Clearingstelle "Prävention von Rechtsextremismus" beim Landespräventionsrat Niedersachsen. Außerdem ist er Vorsitzender der niedersächsischen Sportjugend - zwei Aufgaben, die sich gut miteinander verbinden lassen. "Wir koordinieren, vermitteln, informieren, beraten", erläutert Bücker die Aufgaben einer Clearingstelle. Dazu gehört vor allem die präventive Aufklärungsarbeit in Schulen oder vor Multiplikatoren, aber auch die Hilfe in Krisensituationen, wenn Kommunen also Rat brauchen beim Umgang mit verstärktem Rechtsextremismus. Zwei wesentliche Ziele haben sich Bücker und sein Team dabei gesetzt: Natürlich geht es zum einen darum, rechtsextreme Organisationen in ihrem Bestand zu schwächen, zahlenmäßig zu reduzieren. Vor allem aber will Bücker "junge Menschen fit machen zur Argumentation gegen Rechtsextremismus": Die Aufklärung über rechte Symbole, Zahlencodes oder Kleidung soll Jugendliche "wappnen, nicht auf die Rechten reinzufallen". Entsprechend anschaulich will Bücker seinen Vortrag in Rehren gestalten. Zusätzlich zu Folien zum Anschauen und Kleidungsstücken oder Symbolen zum Anfassen bringt Bücker auch einige "grauenvolle Musikstücke" zum Anhören mit. Außerdem geht er auf die aktuelle Situation rechtsextremer Gruppen in Niedersachsen ein. Vor dem Hintergrund der Kommunalwahl im September will Bücker auch darstellen, wie NPD-gesteuerte Gruppen getarnt zum Beispiel als "Bürger-Bündnis" oder "Patriotisches Bündnis" auf Stimmenfang gerade in bürgerlichen Kreisen gehen. Auch im Landkreis Schaumburg sind die Gefahren durch Rechtsextremismus laut Bücker nicht zu unterschätzen: "Es gibt eine Szene, die durchaus aktiv ist." Am Mittwochabend will Bücker konkrete Zahlen nennen, zum Beispiel zu den Stimmenanteilen bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr, "und das waren nicht nur einige wenige". Dem Referat von Gerd Bücker schließt sich eine Diskussionsrunde an, die von Frank Werner, Chefredakteur unserer Zeitung, moderiert wird. Mit dieser Veranstaltung setzen CDU, SPD und WGA gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung und unserer Zeitung auch ein Zeichen gegen die wiederholten Hakenkreuzschmierereien auf dem jüdischen Friedhof in Hattendorf.

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