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Feuerwehr verhindertÜbergreifen auf Wohngebäude / Inventar hat nur noch Schrottwert / Niemand verletzt

Joggerin entdeckt Dachstuhlbrand - 30 000 Euro Schaden

Obernkirchen (sig). Am Montagabend sieht eine Joggerin gegen 19.30 Uhr auf der Straße "Am Kohlenberg", dass über einem Nebengebäude auf der Südseite dicke Rauchwolken stehen. Sie informiert den Hauseigentümer, mit seiner Familie beim Abendbrot saß. Er erkennt sofort, dass hier ein persönliches Eingreifen sinnlos ist. Per Notruf alarmiert er die Feuerwehrleitstelle in Stadthagen. Die kann dann zwar das Wohnhaus retten, aber nicht mehr den Dachstuhl. Es entstand ein Sachschaden von rund 30 000 Euro allein am Dach. Dazu kommt ein hoher Sachschaden, denn das gesamte Inventar in dem Nebengebäude wurde ebenfalls ein Raub der Flammen.

"Ich habe noch versucht, mit Hilfe des Elektromotors das Rolltor der Garage zuöffnen, aber das gelang mir nicht mehr", berichtete eine halbe Stunde später der Eigentümer. Vermutlich war zu diesem Zeitpunkt bereits die Stromzufuhr dieses Nebengebäudes unterbrochen, in dem sich neben der Garage eine Werkstatt und ein Schuppen mit Gartengeräten befanden. Der Hausbesitzer wollte wenigstens noch eine Hebebühne und die 750-er Honda-Maschine seines Sohnes retten, der zurzeit bei der Bundeswehr ist. Aber er kam danach zu der Einsicht: "Das war vielleicht gut so, denn mir hätte auch ein Teil des Dachstuhls auf den Kopf fallen können." Selbst für die schnell herbeigeeilten Feuerwehrleute der beiden Stützpunktwehren aus Obernkirchen und Gelldorf war sofort klar, dass sich der inzwischen lichterloh brennende Dachstuhl nicht mehr retten ließ. Ein Trupp mit Atemschutzgeräten arbeitete sich in die Werkstatt vor und versuchte, von dort durch ein bei der Hitze zersprungenes Seitenfenster das Feuer in der Garage zu löschen. Zu sehen war praktisch nichts, so stark war die Rauchentwicklung in diesem Bereich. Von einem Vordach aus wurde das Feuer, das sich in den Dachstuhl emporgefressen hatte, mit mehreren Strahlrohren bekämpft. Das Wasser wurde aus mehreren Hydranten an die Brandstelle herangeführt. Als schließlich das Garagentor gewaltsam geöffnet werden konnte, waren im Inneren des Gebäudes nur noch Schuttberge zu sehen. Das schwere Motorrad war zu diesem Zeitpunkt bereits ein Haufen Schrott. Nicht besser ergingen es der Hebebühne, einem Kompressor, einem Schweißgerät und allen Werkzeugen, die sich in der Garage befanden. Absoluten Vorrang bei diesem Einsatz hatte ohnehin die Aufgabe, einÜbergreifen der Flammen auf das unmittelbar daneben stehende Wohnhaus zu verhindern. Das gelang den beiden Wehren. Es kam weder ein Mensch noch ein Tier zu Schaden. Der durch das Feuer entstandeneGesamtsachschaden ist noch nicht geschätzt. Experten der Kripo haben am nächsten Morgen die Brandstelle unter die Lupe genommen. Nach Aussage des Eigentümers sei man sich darüber im Klaren, dass der Brand durch einen überhitzten Schornstein entstanden sein soll. In der Werkstatt befindet sich ein Ofen, der die Werkstatt beheizt. Der Schornstein verläuft an der Innenwand der Garage entlang. Wie die Polizei gestern feststellte, war das Ofenrohr, das durch das Dach verlief, defekt. Vermutlich erwärmte sich das Holz des Dachstuhls und der fing dann an zu brennen. Eine andere Ursache, etwa eine vorsätzliche Brandstiftung, schließt die Polizei daher aus. Das Gebäude ist für die Durchführung von Aufräumungsarbeiten freigegeben worden.

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