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Gastgeber für Ferienkinder werden dringend gesucht

Jetzt leistet ein Team die Führungsarbeit

Eilsen (sig). Die Eilser Arbeitsgemeinschaft "Den Kindern von Tschernobyl" wird auf breitere Schultern gestellt. Friedrich Winkelhake bleibt zwar weiterhin ihr Sprecher, um ihn herum gruppiert sich jetzt aber ein Team von Mitstreitern, die bestimmte Aufgabenübernehmen und ihn damit bei seiner Arbeit unterstützen.

Die zu lösenden Aufgaben sind nicht einfacher geworden. Zum einen erleichtert die weißrussische Staatsführung die Hilfsmaßnahmen aus dem westlichen Ausland für die Not leidenden Bevölkerungsteile nicht. Zum anderen wird es nach den vielen Jahren immer schwieriger, Gastgeber für die Kinder aus der verstrahlten Region um Tschernobyl zu finden. Zurzeit geht es vor allem darum, Ersatz für diejenigen Familien zu finden, die auch einmal aussetzen wollen. Ein zusätzliches Problem ist die Tatsache, dass die Ferienplätze aus Planungsgründen umgehend gemeldet werden müssen. In der Regel werden jeweils zwei Kinder in einer Familie untergebracht, damit sie miteinander kommunizieren können. Denn natürlich sind die sprachlichen Hürden groß, und sie werdennoch größer, wenn es die Eilser AG in diesem Jahr nicht schafft, wieder vierzehn Ferienplätze anzubieten. Dann könnte es nämlich sein, dass keine Dolmetscherin und Reiseleiterin mehr die Gruppe begleitet. Ohnehin war die Lehrkraft Soja Nikiforowa bislang eine feste Größe in der Planung der Eilser Arbeitsgemeinschaft. Die finanzielle Basis für den Besuch der Ferienkinder ist bereits vorhanden. Zu den Sponsoren zählen Firmen, 28 private Förderer und die Gemeinden Helpsen und Heeßen sowie die Samtgemeinde Eilsen. Durch das Benefizkonzert der "Bückeburger Jäger" sind rund 2000 Euro zusammengekommen, aus kirchlichen Kollekten 1000 Euro, und namhafte Textilfirmen spendeten zusätzlich Wäsche im Gesamtwert von 1000 Euro. Vorbildlich ist auch die Unterstützung durch die "Residenz am Harrl", die jeden Monat einen Betrag überweist. Darüber hinaus möchten die Eilser Organisatoren wieder Hilfe vor Ort leisten. Dazu gehören zum Beispiel Anschaffungen im medizinischen Bereich, Medikamente, Lehr- und Lernmittel, Ausbildungshilfen und anderes mehr. Lebensmittel für arme Familien können künftig nur dann gezielt gespendet werden, wenn es Regierungsstellen in Minsk erlauben. Die Empfänger müssen dort ihre Notlage nachweisen können. "Wenn wir vermehrt Schwierigkeiten bekommen, unserem Patendorf Swonez und seiner Region zu helfen, dann müssen wir uns einem der genehmigten Förderprojekte anschließen, die vom deutschen Staat oder von der Landeskirche unterstützt werden", erläuterte Friedrich Winkelhake die Situation. Noch aber lässt man sich nicht entmutigen. Zum 20. Jahrestag des Reaktorunglücks soll am 26. April in der Obernkirchener Stiftskirche ein gemeinsamer Gedenkgottesdienst abgehalten werden, an dem die Arbeitsgemeinschaften aus der Bergstadt, aus Eilsen und aus dem Auetal teilnehmen. Alle zwei Monate wollen die Eilser Organisatoren darüber hinaus - jeweils am ersten Mittwoch - einen Stammtisch im "Haus des Gastes" einführen. Der Anfang wird am 1. Februar um 19.30 Uhr gemacht.

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