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Nur 1:1 trotz Dominanz

Ingolstadt vergibt Sieg gegen Wolfsburg

Ingolstadt (dpa) - Applaudierend verließ Maik Walpurgis den Rasen, sein Dank galt den Fans und seinen Spielern. «Es fehlte uns nur noch ein Tor, dann wäre der Tag rund gewesen», sagte der neue Trainer des FC Ingolstadt nach dem ungerechten 1:1 (1:0) gegen den VfL Wolfsburg.

«Sechs Punkte wären möglich gewesen. Jetzt haben wir vier Punkte aus zwei Spielen, damit können wir zufrieden sein», resümierte Walpurgis nach seinem Heimdebüt gegen erneut enttäuschende Wolfsburger, die nach einer lange desolaten Leistung das Remis dankbar mitnahmen. «Das Fazit ist ein glücklicher Punkt für uns», erklärte VfL-Coach Valerien Ismael, der besonders die «katastrophale» erste Hälfte beklagte.

Ein abgefälschter Schuss des eingewechselten Daniel Caligiuri (78. Minute) bescherte den Niedersachsen am Samstag den Ausgleich bei den Oberbayern, die sich Chancen in Hülle und Fülle erarbeiteten, aber nur die Torpremiere von Anthony Jung (31.) in der Fußball-Bundesliga bejubeln konnten. Die Gastgeber trafen allein dreimal Aluminium und vergaben zudem einen Foulelfmeter. Mit sechs Punkten bleibt der FC Ingolstadt auf einem direkten Abstiegsplatz, Wolfsburg ist mit zehn Zählern ebenfalls weiter gefährdet. «Ich glaube, dass wir zurecht unten drin stecken», sagte Nationalspieler Julian Draxler nach einem mauen Comeback. «Das einzig Positive war der Punkt.»

Nach dem 1:0 bei der Walpurgis-Premiere in Darmstadt versetzte eine wie verwandelt auftretende Schanzer-Elf die 13 521 Zuschauer in Staunen. Griffig, aggressiv und zielstrebig spielte der FCI die namentlich topbesetzten Gäste an die Wand. Moritz Hartmann köpfte erst an den Pfosten (10.). Dann scheiterte der unglücklich spielende Mittelstürmer mit einem Foulelfmeter am starken VfL-Schlussmann Diego Benaglio (17.). Mathew Leckie schoss aus elf Metern hoch drüber (28.) und scheiterte nach Jungs Kopfballtor noch einmal frei vor Benaglio, der per Fußabwehr den VfL rettete (39.).

«Wir hätten höher führen müssen als 1:0», urteilte Walpurgis, der dem FCI-Team in kurzer Zeit wieder eine klare Spielidee analog der Vorsaison unter Ralph Hasenhüttl vermittelt hat. Es war nur der 25 Jahre alte Jung, der in seinem dritten Bundesligaspiel eine präzise Flanke von Außenverteidiger Florent Hadergjonai einköpfen konnte.

Und der VfL? Null Torchancen, kaum Widerstand, keinerlei Spielfreude. Mit der Hereinnahme von Daniel Caligiuri und Borja Marjoral für die wirkungslosen Daniel Didavi und Maximilian Arnold wurde es nach der Pause besser. Mayoral verzog (71.). Dann hielt FC-Torwart Martin Hansen einen krachenden Schuss von Gomez (77.). Schließlich fälschte Marcel Tisserand den Kullerball von Caligiuri ins eigene Tor ab.

Die mitreißend kämpfenden und spielenden Ingolstädter versäumten es einfach, den Sieg klarzumachen. Nach dem Ausgleich traf Leckie den Außenpfosten (85.). Und einen Schuss von Pascal Groß lenkte der bärenstarke Benaglio an die Latte (87.). «Diego hat uns heute gerettet», lobte Wolfsburgs Geschäftsführer Klaus Allofs den Kapitän. Allofs besänftigte nur der «glückliche Punkt». Allein Ingolstadt habe die Mittel angewendet, die man im Abstiegskampf benötige, rügte er.

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