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Christine Heckler ankert in Monrovia

In jedem Hafen warten Kranke in langen Schlangen

Vehlen (sig). "In welchem Hafen auch immer unser Schiff vor Anker ging, kurze Zeit später standen dort lange Schlangen von kranken Menschen - in der Hoffnung, dass wir ihnen helfen konnten." Und wie diese Hilfe aussah, darüber berichtete die OP-Schwester Christine Heckler bei einem Vortrag im Gemeindehaus "Elim".

Wieder einmal hatte sie ihren Urlaub geopfert, um demÄrzteteam auf dem Schiff "Anastasis" beizustehen. Diesmal war die liberanische Hafenstadt Monrovia der Ankerplatz dieses schwimmenden Lazarettes, das zur Flotte der Mercy-Ships gehört. An Bord befinden sich aber nicht nur Ärzte, Pfleger und Schwestern, sondern auch Wasserbauingenieure, Agrarfachleute und Pädagogen. "Wir haben wieder viel Elend gesehen; es gab Fälle, die an die drei parallel tätigen Operationsteams hohe Anforderungen stellten", unterstrich Christine Heckler. Als Beweis dienten Bilder, die vor, bei und nach den operativen Eingriffen gemacht wurden. Bezahlen mussten die Patienten nicht. Sie sind ohnehin so arm, dass sie nur das Notwendigste zum Leben haben. Kein Wunder bei einer Arbeitslosigkeit von 85 Prozent. Die am Bückeburger Krankenhaus Bethel angestellte OP-Schwester half jetzt zum dritten Male für vier Wochen freiwillig auf der "Anastasis" aus - zusammen mit einem Team aus 35 Nationen. Christine Heckler: "Wir sind auch ins Land gefahren, haben Kinderheime, Krankenhäuser und Stationen mit Aids- sowie Leprakranken aufgesucht; unsere Lehrkräfte sind in die Dörfer gegangen und haben sich dort bemüht, den Eingeborenen Lesen und Schreiben beizubringen." Für die "Anastasis" war es die letzte große Fahrt. Die notwendigen Modernisierungen sind nicht mehr zu finanzieren. Dieses Schiff wird durch die "Africa Mercy" ersetzt, die zurzeit für ihren neuen Verwendungszweck umgerüstet wird und mindestens sieben OP-Räume aufweisen soll. Christine Heckler versichert schon heute, dass sie ihren nächsten Urlaub wieder für einen solchen Dienst am Nächsten opfern will. Und sie weiß auch, dass ihre Kirchengemeinde ein weiteres Mal nicht nur mit dem Gebet, sondern auch mit finanzieller Hilfe hinter ihr stehen wird. Zwischen 7000 und 8000 Euro sind wieder für die "Mercy Ships" in Vehlen zusammengekommen, berichtete Pastor Günter Fischer.

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