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Seit 15 Jahren fahren die Rusbender Schützen als Ausgleich zum Schießen auch Rad

In den Anfangstagen wollten die "Sturmvögel" hoch hinaus - radeln

Rusbend (aj). Am Ende der Jahresabschlusswanderung haben die Rusbender Schützen nun auch das 100-jährige Bestehen ihrer Radwanderabteilung Sturmvogel gefeiert. Die Sturmvögel waren im Mai 1905 als eigenständiger Verein gegründet worden.

"Beim Schießen gibt es ja eigentlich kein Radfahren", sagt Manfred Fette, der Vorsitzende des Schützenvereins Rusbend. Trotzdem gelang es den Rusbendern vor 15 Jahren, die 1928 eingeschlafenen Aktivitäten des Radfahrvereins Sturmvogel wieder zu beleben und in den Schießsportverein als Abteilung zu integrieren. Manfred Fette: "Ausdauer, Kraft, Geschicklichkeit und Übungsfleiß sind beim Radfahren und Schießen gleichermaßen gefragt. Trotzdem ist das Radwandern ein guter Ausgleich zum Schießen." Deshalb sind die Sturmvögel seit 15 Jahren eine feste Sparte des Rusbender Schützenvereins. "Zudem ist es in einem Dorf wichtig, dass nicht alle Vereine das selbe Rahmenprogramm anbieten", meint der Vorsitzende der Schützen. Und fügt hinzu: "Ein zusätzliches Skat- und Knobelturnier hätte im Ort sicher wenig Sinn gemacht." Die 1905 von Ernst Schütte, Wilhelm Schmöe und Förster Vauth in der Gastwirtschaft "Zum Schaumburger Krug" gegründeten Sturmvögel passten zudem sehr gut ins Programm. Denn: Die als Gruppe von Hochradfahrern gegründeten Sturmvögel widmeten sich später dem Saalsportwettkampf und trugen ihre Wettbewerbe als so genannte "Steher" aus. "Anders als beim Radrennsport legen Steher eine bestimmte Strecke in maximaler Zeit zurück", erläutert Sturmvogel Ernst Spannuth das Konzept der nahezu ausgestorbenen Sportart, die heute noch am ehesten auf Motorradtreffen als Slow Race bekannt ist. Und Manfred Fette fügt hinzu: "Als Schützenverein dürften wir wegen der Verletzungsgefahr auch gar keine Rennen fahren, sondern machen heute Radwanderungen von 30 Kilometern Länge und mit viel Zeit für die notwendigen technischen Halts." Hinzu kommen die Wandertouren der Schützen. Zum Jahresausklang ging es vom Bückeburger Schloss zum Mittagessen an den Idaturm und wieder zurück. Nach dem leckeren Grützeessen von Lore Struckmann gedachten die Ausflügler noch einmal der langen Geschichte ihrer Sturmvögel und der damaligen Begleitumstände vom Bau der Amtsstraße,die die Radfahrer nutzen konnten, über den die Dorfteilung aber auch Einnahmen bringenden Kanalbau bis heute. Erst gegen 21 Uhr löste sich die gesellige Runde langsam auf.

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