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Edeltraut Müller stellt Senioren den Förderverein "Via" vor / Kein Verständnis für Nickligkeiten

Hospiz: Alle müssen an einem Strang ziehen

Bückeburg (bus). Der Förderverein "Via" hat am Mittwoch seine Visitenkarte im Seniorenkreis der Kirchengemeinde St. Marien abgegeben. Mehr als 50 Mitglieder und Freunde des ökumenisch ausgerichteten Kreises interessierten sich für die Ausführungen der Vereinsvorsitzenden Edeltraut Müller. "Wir setzen uns dafür ein, dass in Bückeburg oder Umgebung eine stationäre Hospizeinrichtung gegründet wird und wollen diese finanziell und ideell unterstützen", erklärte Müller.

Sterbenskranke Menschen bedürften in ihrer letzten Lebensphase einer liebevollen und sorgsamen Betreuung, die pflegenden Angehörigen seien in dieser Situation jedoch häufig überfordert. "Ein Hospiz bietet die Möglichkeit eines würdevollen Umgangs mit dem Sterben und dem Tod", sagte Müller. Der im Dezember 2005 gegründete Förderverein bemüht sich in erster Linie darum, den vertraglich geregelten Anteil der Betreuungskosten über Beiträge und Spenden aufzubringen und das Geld dem Träger des Hospizes zur Verfügung zu stellen. Die Verträge mit den Kranken- und Pflegekassen sehen hinsichtlich der Finanzierung stationärer Hospizbetreuung vor, dass mindestens zehn Prozent der Kosten - nach Müllers Schätzung für ein Fünf- oder Sechsbettenhaus bis zu 6000 Euro pro Monat - durch Spenden aufzubringen sind. Im "Via"-Vorstand wird gegenwärtig die Gründung einer gemeinnützigen GmbH diskutiert, über die ein möglicherweise im Krankenhaus Bethel angesiedeltes Hospiz realisiert werden könnte. Parallel dazu bemüht sich der Verein, von einem Fördertopf des Landes zu profitieren. Die Landesregierung stellt in einem Sonderfonds insgesamt 250 000 Euro zur Verfügung. Ein entsprechender Antrag der Bückeburger sei in Hannover bereits eingetroffen, erläuterte die Vorsitzende. Müller äußerte Unverständnis über das in der Hospizbewegung derzeit gelegentlich zu beobachtende Konkurrenzdenken. Diese "schwer verständlichen Nickeligkeiten" stünden dem eigentlichen Sinngehalt der Bewegung entgegen. Die Vorsitzende: "Wir müssen alle an einem Strang ziehen." Mit dieser Forderung traf die Berichterstatterin offensichtlich die Meinung des Publikums: Als Marianne Störmer Müller einen Blumenstrauß nebst kleinem Präsent überreichte, unterstrichen die Zuhörer den Dank der Seniorenkreisleiterin mit reichlich Beifall.

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