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"1. Energie-Frühschoppen": Viele Besucher wollen Energiesparpotenziale entdecken

Hightech zwischen Mühlrad und Fachwerk

Kleinenbremen (mig). Die Nutzung des Mühlenbaches verbindet sie: Sowohl die Mönckhoff-Mühle, als auch die neu entstandene "Energie-Siedlung-Kleinenbremen" ziehen Energie aus dem Wasser. Für Otto Normalverbraucher werden angesichts explodierender Energiekosten derartige Alternativen immer interessanter. Architekt Heino Heine machte seine interessierten Gäste beim von ihm ausgerichteten "1. Energie-Frühschoppen" im Mönckhoff-Hof deshalb auf den Stand der Energie-Technik und auf Einsparmöglichkeiten aufmerksam.

Der Ort für den "Energiefrühschoppen" hätte nicht besser gewählt werden können. Auf der einen Seite des Mühlenbaches waren die schlanken Fassaden der Energiesparhäuser zu sehen, auf der anderen das Backhaus und die Mönckhoff-Mühle. Diese Vorlage ließ sich Heino Heine, Architekt und Planer der Energie-Siedlung, nicht entgehen. "Es gibt hier eine lange Tradition der Energiegewinnung aus dem Mühlenbach." Während die Mönckhoff-Mühle das Wasser auf recht konventionelle Weise über ein Mühlrad nutzt, setzten die Planer der Energie-Siedlung auf ein technisch etwas aufwändigeres Verfahren. Heine führte die Besucher zum Herz der Anlage, einer Wärmepumpe. Das Wärmepumpenverfahren nutzt Umweltwärme die quasi "abgeschöpft" wird. Dabei ist es nicht wichtig, ob die Wärme aus dem Mühlbach-Wasser, der Erde oder aus der Luft kommt. Die Wärmepumpen-Technik passt sich den individuellen Voraussetzungen des Standorts an. Stefan Ender, Kälteanlagenbauer-Meister, erklärte den Teilnehmern des Frühschoppens, wie effizient die Wärmepumpe im Vergleich zu Kraftwerk, Öl oder Gas arbeitet. In der Anschaffung seien Wärmepumpen zwar etwa 30 Prozent teurer als konventionelle Energietechnik, die Amortisationszeit betrage in der Kleinenbremer Energie-Siedlung aber nur etwasüber acht Jahre. Ein weiteres Argument angesichts der hohen Steuerlast: "Auf dieser Energiequelle liegen noch keinerlei Abgaben." Heine führte die Besucher anschließend in das Backhaus, das gerade unter der Federführung des Heimatvereins renoviert wird. Ein Handwerker dämmt die Wände des Hauses derzeit mit einem Gemisch aus Stroh und Lehm. Heine verwies darauf, wie wichtig eine gute Dämmung gerade bei den hohen Energiepreise sei. 75 Prozent des im Haus verbrauchten Stroms werden benötigt, um ein Haus warm zu halten. Je besser die Dämmung, desto kleiner der Energieaufwand, desto größer die Ersparnis, rechnete Heine vor. "Die meisten Leute sparen beim Licht, das bringt aber kaum etwas, weil es nur etwa zwei Prozent derim Haus verbrauchten Energie darstellt." In der gerade renovierten Mönckhoff-Mühle wird bald eine kleine Ausstellung zur Nutzung von Energie zu sehen sein. Dabei verriet Heine seinen Gästen, dass die Energie-Siedlung und das gesamte restaurierte Ensemble um die Mönckhoff-Mühle in das Tourismus-Konzept der Stadt Porta einbezogen werden sollen. Heine: "Es gibt hier viele Besucher von außerhalb, die beim Besucherbergwerk waren und danach nicht wissen, was sie sich in Kleinenbremen noch angucken können. Die sollen dann hierhin kommen."

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