weather-image
32. Kalle-Zlenko-Turnier: Spannung bis zur letzten Minute / Dorfjugend Vehlen siegt

"Hier wird richtig guter Fußball geboten"

Obernkirchen. Der Anruf kommt am Mittwochabend. Zu viele Verletzte und Kranke - die Feuerwehr muss ihre Teilnahme am 32. Kalle-Zlenko-Pokal-Turnier kurzfristig absagen. Da hatte Organisator Jörg Nitsche allerdings schon allen anderen Mannschaften verbindlich erklärt, man werde mit sieben Teams spielen. Kurzerhand greift Nitsche selbst zum Telefon, in den nächsten beiden Tagen werden so ziemlich alle angerufen, die einmal für seine Mannschaft - die Leichtathleten - die Kickerstiefelgeschnürt haben - und am Freitagabend steht die zweite Mannschaft der Leichtathleten und komplettiert das Siebener-Feld.

Beim Kalle-Zlenko-Turnier ist es wie bei jedem anderen Fußball-Turnier. Und doch ist hier alles ein kleines bisschen anders, schließlich kicken hier nur Teams, die ansonsten zum runden Leder kein sportliches Verhältnis haben. Von einem "kleinen Eklat" (Nitsche) abgesehen, ist es ein ausgesprochen faires Turnier. Keine gelbe Karte, kein Platzverweis - das wirft eine Frage auf: Wer erhält den Fair-Play-Pokal? Nitsche und seine Mannen geben ihn den Tennisspielern - weil sie ihn noch nie erhalten haben. Ludwig "Spatz" Seifert freut sich bei der Übergabe von einem Ohr zum anderen: "Das ist ja wie ein Sieg." Gewonnen hat in diesem Jahr - erstmalig in der 32-jährigen Turniergeschichte - die Dorfjugend aus Vehlen. 15 Punkte aus sechs Spielen, 17:2 Tore, das reicht normalerweise zu einem ganz sicheren ersten Platz. Nicht in diesem Jahr; es muss gezittert werden: Die Sparkasse hält bis zur letzten Minute dagegen und muss sich nur aufgrund des Torverhältnisses von 15:6 geschlagen geben. Auch die Leichtathleten, die in den letzten beiden Jahren gewannen, halten lange mit (und sahen nach dem ersten Tag schon wie der sichere Sieger aus), ehe sie auf dem dritten Platz landen. Vierter werden die Bornemänner, vor den Tennis-Cracks, dem zweiten Leichtathletik-Team und den Handballern. Den von Kalle Zlenko gestifteten Keeper-Pokal erhält nicht etwa der Torwart mit den wenigsten Gegentreffern, sondern derjenige, der im gesamten Turnier den besten Eindruck machte, am sichersten mitspielte oder auch am stärksten hielt. Vorgestern können sich Nitsche und seine Mannen nicht einigen, daher werden einfach die Mannschaften gefragt, welchen Keeper sie denn auszeichnen würden. Wolfgang Graff erhält die meisten Stimmen. Bei der Torjägerkanone fällt die Entscheidung leichter, schließlich zählt hier nur, wer das Spielgerät am häufigsten an den Ort seiner Bestimmung geschossen hatte: Olaf Fackiner gewinnt mit neun Toren. "Richtig guten Fußball" hätten die Zuschauer sehen könne, freut sich Nitsche bei der Preisübergabe, "das war Fußball, das kann man sich anschauen." Im nächsten Jahr, wenn das Turnier die 33. Auflage erlebt, wird es ein paar Sonderaktionen geben, kündigt er an: Schließlich wurde jede Schnapszahl bisher gefeiert. Dann sollen auch wieder (mindestens) zehn Mannschaften teilnehmen. Wahrscheinlich wird Nitsche in den nächsten Tagen mal nachschauen, wer in der langjährigen Geschichte des Turniers schon mal mitgemacht hat. Und dann zum Hörer greifen.

  • Fast seit Beginn an dabei, jetzt zum ersten Mal Sieger: Die Dorfjugend aus Vehlen hat das traditionsreiche Kalle-Zlenko-Turnier für nicht fußballspielende Mannschaften gewonnen. Fotos: rnk
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare