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Kreissportbund organisiert Golflehrgang für Senioren - Interesse ist riesig / Etliche über 70-Jährige treten Golfclub bei

Hier muss das Runde ausnahmsweise mal ins Runde...

Obernkirchen (sig). Mit dieser Idee hat Friedrich Meier, der Ehrenvorsitzende des Kreissportbundes, voll ins Schwarze getroffen. In seiner Eigenschaft als Seniorenbeauftragter des KSB lud er zu einem Lehrgang unter dem Motto "Aktivüber 50 - Golf" nach Obernkirchen ein. Das Echo war außerordentlich groß. Es herrschte richtig Hochbetrieb, als Friedrich Meier die eintägige Veranstaltung im Clubhaus eröffnete.

Der KSB-Ehrenvorsitzende unterstrich, dass die Bedeutung des früher weitgehend unbekannten Seniorensports inzwischen ungeahnte Dimensionen erreicht. Der Anteil der über 60 Jahre alten Vereinsmitglieder nehme immer mehr zu. Die Vereine müssten sich deshalb der Aufgabe stellen, ihnen besondere Möglichkeiten sportlicher Betätigung zu bieten. Das könne sich nicht nur in Rückenschulung und in anderen Formen der Gymnastik erschöpfen. Es sei sinnvoll, in diese Angebote auch die jeweiligen Partner mit einzubeziehen, unterstrich Meier. In der Vergangenheit habe man Nordic Walking und das Rudern vorgestellt. Im kommenden Jahr sei es angebracht, sich mit dem Segeln zu beschäftigen. Günter Liehr, einst erfolgreicher Fußballtrainer und Tennisspieler, gab zu Beginn des Lehrgangs einen Teil seines theoretischen Fachwissens in der von ihm betriebenen dritten Sportart Golf preis. "Etwas Regelkunde braucht ein Einsteiger schon", meinte er - und in diesem Fall geht es eben nicht darum, das Runde ins Eckige zu befördern. Die Zuhörer stellten etliche gezielte Fragen. So interessierte es sie, etwas über den so genannten Platzstandard, über das Handicap sowie über die Brutto- und Nettowertung zu hören. Allgemeine Erkenntnis: Im Golf wird einiges dafür getan, dass Akteure mit unterschiedlicher Spielstärke doch in einemWettbewerb gegeneinander antreten können. Solche "Vorgaben" kennt man im Fußball nicht. Da würde eine WM Überraschungen ohne Ende bringen. Dass einige der weltbesten Golfprofis, die mehr verdienen als so mancher Fußballer, das Loch einer Bahn bei nur zehn Zentimetern Durchmesser mit einem Schlag getroffen haben, erscheint jedem Anfänger so unwahrscheinlich wie der angebliche Ursprung dieser Rasensportart: Die ersten Golfspieler sollen Schäfer gewesen sein, die mit ihren Stöcken Steine vor sich hergetrieben haben. Dass sie mit einem Schlag über 300 Meter überwinden können, wie das heute geschieht, gehört sicher zum Reich der Fabel. Die Golfregeln gehen besonders fair mit dem weiblichen Geschlecht um. Die Damen dürfen auf Bahnen spielen, die im Schnitt um 16 Prozent kürzer sind. Aber die Bälle haben ein einheitliches Gewicht von 45 Gramm und sind in der Lage, eine Geschwindigkeit von 265 Kilometer zu überstehen, ohne dabei Schaden zu nehmen. Gut zu Fuß sollte man als Golfer schon sein. Wer die 18 Bahnen des Schaumburger Clubs gespielt hat, der hat schon mehr als fünf Kilometer zurückgelegt. Aber schließlich ist Bewegung ja gerade in höheren Lebensjahren sehr sinnvoll. Der Obernkirchener Cheftrainer Adrian M. Powell erklärte bei der erstenpraktischen Übungseinheit auf der Driving Range, dass es für "jede Behinderung einen Schwung gibt". Mit dieser Hoffnung leben offensichtlich auch die zahlreichenüber 70-Jährigen, die in der jüngsten Zeit dem Schaumburger Golfclub beigetreten sind. Powell machte den KSB-Senioren zusätzlich Mut mit der Aussage: "Sie brauchen am Anfang nur sechs Schläger und nicht mehr, denn die Wahl des Schlägers entscheidet nicht allein über den Erfolg. Die Technik ist wichtig." Die praktischenÜbungen beschränkten sich übrigens nicht nur auf den Abschlag, nach dem Mittagessen wurde auch noch das Putten geübt. Wer in diesem Sport vorankommen will, muss eben auch das Einlochen beherrschen. Daran ist schon so mancher Golfprofi gescheitert...

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