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Bundesweite "Rückholaktion" aus Berlin / "Habe der Bitte entsprochen" / SPD-Ortsverein Heeßen entscheidet

Heinz Wischnat will wieder Genosse werden

Heeßen/Hannover (tw). Heinz Wischnat, seit seiner Bewerbung um das Amt des Bückeburger Bürgermeisters parteilos, ist auf dem Weg zurück in die SPD. Entsprechende Informationen der Landes-Zeitung bestätigte der Samtgemeindebürgermeister auf Anfrage. Wischnat: "Ich habe ein Schreiben erhalten, das die Unterschrift von Bundesschatzmeisterin Inge Wettig-Danielmeier trägt. Um mir und wahrscheinlich vielen anderen Genossen auch den Wiedereintritt zu erleichtern, war dem Brief ein bereits fast vollständig ausgefüllter Vordruck beigelegt, der sogar meine alte Parteinummer enthält. Den Vordruck habe ich wunschgemäß unterschrieben und zurückgeschickt."

Was den - noch - Parteilosen allerdings irritiert: In dem Schreiben werde sein damaliger "Parteiaustritt" bedauert. Eine Formulierung die den Sachverhalt nach Interpretation Wischnats aber falsch wiedergibt. Denn er sei damals nicht ausgetreten, sondern ultimativ "ausgetreten worden". Und: Adressat der beigefügten Wiedereintrittserklärung sei "seltsamerweise" nicht Berlin, sondern der SPD-Bezirk Hannover mit Sitz an der Odeonstraße. Stefan Schostok, leitender Bezirksgeschäftsführer des SPD-Bezirks Hannover, auf Anfrage: "Die Interpretation mit dem ,Rauswurf' ist eindeutig falsch - es war ein Austritt, die Statuten regeln das eindeutig." Und dass das Wiedereintrittsbegehren nicht an "Berlin", sondern an "Hannover" adressiert sei, sei völlig normal: "Der SPD-Bezirk Hannover ist die mitgliederführende Organisation." Wie auch immer: "Die Bundesschatzmeisterin bemüht sich um meinen Wiedereintritt in die Partei. Wäre ich nicht angeschrieben worden, hätte ich selbst diesen Schritt von mir aus nicht unternommen", betont Wischnat. Grit Schmidt, Geschäftsführerin des SPD-Unterbezirks, auf Nachfrage: "Ja, der Parteivorstand in Berlin hat eine bundesweite Rückholaktion für ehemalige Genossen gestartet und Ausgetretene angeschrieben." Dies sei allerdings ohne Rücksprache mit den Parteigremien vor Ort erfolgt. Das weitere Procedere laut Schostok: "Herr Wischnat wird von uns oder aber vom Unterbezirk ein Beitrittsformular erhalten. Das müsste er ausfüllen." Die Entscheidung über den Wiedereintritt liege dann beim SPD-Ortsverein Heeßen. "Der", sagt Schmidt, "hat dann vier Wochen Zeit, über das Begehren zu befinden". Äußere er sich gar nicht, beziehungsweise nicht ablehnend, gelte der Antrag als angenommen. Chef des Ortsvereins ist seit Juni 2005 Kai Alack, der auch Vize-Bürgermeister in Heeßen ist; Wischnat hatte Alack dem Gremium damals selbst als seinen Nachfolger vorgeschlagen. "Ihr habt es mir sehr leicht gemacht und auch bei den ersten Wahlen zum hauptamtlichen Bürgermeister wie eine Eins hinter mir gestanden", hatte er die Teilnehmer der Mitgliederversammlung im "Heeßer Krug" damals gelobt. Sollte der SPD-Ortsverein Heeßen gleichwohl Nein zu einer Wiederaufnahme des Parteilosen sagen, könne Wischnat Einspruch einlegen. Die Entscheidung liege dann beim SPD-Unterbezirk. Lehne auch der ab, habe der Bezirk in Hannover das letzte Wort. Es darf aber vermutet werden, dass der SPD-Samtgemeindeverband im einen wie im anderen Fall ein Wörtchen mitsprechen wird. Indes: Dass besagter Vordruck, den Wischnat jetzt zurück nach "Hannover" geschickt hat, nicht ausreichen soll und nun auch noch ein Formantrag nötig ist, legt für ihn die Vermutung nahe, dass sein Wiedereintritt bis nach dem 9. Februar verzögert werden soll. Dann nämlich wollen neben der CDU auch die Sozialdemokraten ihren Bewerber für die Kommunalwahl am 10. September 2006 präsentieren. Zur Frage (s)einer Kandidatur um das Amt des Samtgemeindebürgermeisters wollte sich Wischnat allerdings auch gestern nicht äußern.

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