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Der Verein lebt vom Ehrenamt - und von seiner vielfältigen Aktivität

Heimatbund: Bis zum Jubiläum 1000 Mitglieder als ehrgeiziges Ziel

Rinteln (ur). Dass der Heimatbund der Grafschaft Schaumburgüber eine besonders aktive Mitgliederschaft verfügt, zeigte sich wieder einmal am ausgesprochen regen Besuch der Jahreshauptversammlung im Hotel "Stadt Kassel", wo im großen Versammlungsraum kaum ein Stuhl unbesetzt blieb. Vorsitzender Günther Klußmeyer konnte neben den Mitgliedern und den Vertretern befreundeter Heimatvereine auch Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz und Ortsbürgermeister Ulrich Goebel mit ihren Frauen begrüßen - Beleg dafür, dass auch die offiziellen Repräsentanten die Teilnahme an dieser Veranstaltung nicht als reinen Pflichttermin verstehen, sondern sich voll und ganz hinter die Arbeit des Vereins stellen.

Zwar blieben die Besucherzahlen - und damit auch die Einnahmen aus dem Museumsbetrieb - im vergangenen Jahr deutlich unter denen des Vorjahrs, doch leistet das Museum, als Herzstück des Vereins und der ehrenamtlichen Mitarbeit, unter der fachkundigen Leitung von Dr. Stefan Meyer immer noch einen deutlich höheren Deckungsbeitrag zu den Gesamtkosten als in vergleichbaren Einrichtungen: "Ohne den unbezahlten Einsatz engagierter Mitglieder könnten wir die gegenwärtigen Öffnungszeiten nicht garantieren - und natürlich auch nicht die so wichtige museumspädagogische Arbeit mit ihren Aktionen für Kinder und Jugendliche", sagte Klußmeyer. Der Enthusiasmus vieler Ehrenamtlicher drückt sich auch am lebhaften Vereinsleben der verschiedenen Arbeitsgruppen aus, so dass wöchentlich im Durchschnitt zwei Veranstaltungen oder Treffen von Heimatbundmitgliedern stattfinden. Einen wesentlichen Beitrag leistet dazu das "Erzählcafé" um Ellen Genz: "Mitunter stoßen wir dabei von den Besucherzahlen her schon an unsere Grenze", sagte Genz. Immerhin steht für Veranstaltungen mit besonders großer Anziehungskraft künftig auch noch der urige Saal im Dachgeschoss des Prinzenhofes als Alternative zur Verfügung. Für den Arbeitskreis Denkmalschutz hob Werner Zimmermann als Erfolg hervor, dass inzwischen in Rinteln eine Erhaltungssatzung bestehe, und auf Kritik an der baulichen Stagnation beim Geßnerschen Haus merkte er für den Arbeitskreis an: "Immerhin ist das Haus rechtlich und baulich im Bestand gesichert. Abgerissen werden aber kann so ein Baudenkmal nur einmal!" In den zehn Jahren ihres Bestehens hat die Wandergruppe rund 100 Wanderungen durchgeführt. In Zusammenarbeit mit der Schaumburger Zeitung hat auch die Publikation heimatkundlicher Themen wieder einen festen Platz gefunden und die "Plattdeutschen" sorgen ebenfalls für regelmäßige Treffen. Klußmeyer meinte denn auch nach den Beiträgen aus den einzelnen Arbeitsgruppen: "Bei der Vielzahl dieser Aktivitäten dürfte für jeden etwas dabei sein, der sich mit seiner Heimat beschäftigt." Womit er zugleich das ernste Thema der finanziellen Zukunft des Vereins ansprach: "Fördermittel und Zuschüsse zu Ausstellungen fließen nicht mehr wie früher, Sponsoren machen sich in wirtschaftlich schweren Zeiten rar, und auf Großspenden kann man nicht jedes Jahr rechnen, so dass durch den Personaletat und den Museumsbetrieb die Rücklagen so gut wie aufgezehrt sind." Man müsse unbedingt die Eigenfinanzierung ausbauen, insbesondere durch verstärkte Mitgliederwerbung: "Bis zu unserem Jubiläum im Jahr 2008 wollen wir über 1000 Mitglieder verfügen!" Heute sind 590 Menschen im Heimatbund vereinigt. "Luft zum Weitermachen" hat der Verein vorerst dadurch gewonnen, dass die Stadt Rinteln fraktionsübergreifend einen zusätzlichen Betrag von über 30 000 Euro jährlich in den Haushalt eingestellt hat - in Würdigung der Aktivität des Vereins und der Bedeutung des Museums als Kulturplatz und Touristenattraktion. Trotz der geschilderten Probleme konnte ein solider Kassenbericht vorgelegt und der Vorstand auch insgesamt entlastet und im Amt bestätigt werden. Im Anschluss an den offiziellen Teil zeigte Wolfgang Wrenger noch eine zauberhafte, musikalisch untermalte "Reise ins Traumland der Farben und Klänge" mit Lichtbildern, die auf Mikroskop-Aufnahmen in dezentriertem und polarisiertem Licht basieren

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