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Josua-Stegmann-Heim nach Renovierung und Erweiterung eingeweiht

"Heimat, Geborgenheit, Würdigung"

Stadthagen (sk). In den vergangenen vier Jahren ist das Josua-Stegmann-Heim bei laufendem Betrieb und mit einem Kostenvolumen von sechs Millionen Euro umgebaut und erweitert worden. Mitfinanziert wurde das Projekt von der Landeskirche Schaumburg-Lippe und aus Mitteln der Fernseh-Lotterie "Goldene Eins". Gestern wurden die Pflegeeinrichtungen und Wohnbereiche des Josua-Stegmann-Heims, die Platz für 129 Menschen bieten, eingeweiht.

"Die Zeit der Belastung" für die Bewohner sei vorbei und auch eine "schwierige Zeit" für die Mitarbeiter, zog Superintendent Hans-Bernhard Fauth vor geladenen Gästen den Schlussstrich unter den Abschluss des groß angelegten Bau- und Umbauprojektes. "Heimat, Geborgenheit und Würdigung" sollen die Bewohner im Josua-Stegmann-Heim erfahren, so Fauth. Den Mitarbeitern wünschte der Vorsitzende des Trägervereins, dass diese in ihrer Tätigkeit für die Bewohner stets "ein Herz voller Liebe behalten". Fauth bedauerte, dass der verstorbene Wilhelm Fließ, Vorstandsmitglied im Trägerverein und ehemaliger Stadthäger Bürgermeister, die Einweihung nicht mehr erlebt hat. Fließ habe die Planungen des Projektes begleitet und sei ihm "ein väterlicher Freund gewesen". Um menschliche Beziehungen ging es auch Landesbischof Jürgen Johannesdotter in dessen Festansprache. In Anlehnung an die Weisung des Propheten Maleachi im Alten Testament mahnte der Bischof, das Herz der Jungen solle sich zu den Alten bekennen und umgekehrt. Es sei das Ende der Welt, wenn das Verhältnis der Generationen zueinander nicht mehr stimme. Johannesdotter: "Dann geht alles schief. Das ist eine Existenzfrage." Beide Generationen seien herausgefordert, mit dem Herzen zueinander zu stehen und die jeweils andere Generation nicht nur unter Kostenpunkten zu sehen. Zum Thema Familie sprach sich der Landesbischof dafür aus, die "ungute Alternative" Familie-Beruf für Frauen zu beseitigen. Eine Frau müsse beide Bereiche leben können. Für die älteren Menschen fragte sich Johannesdotter, ob "wir das Potenzial ausgeschöpft haben, das alte Menschen für die unsere Gesellschaft haben". Ältere Menschen seien dankbar für würdige Herausforderungen. Auch dieses Haus, das Josua-Stegmann-Heim, lebe von dieser Herausforderungen, die die Umwelt mit einbeziehe. Das Leben im Heim sei eine Gemeinschaft, aber keine "isolierte". Der Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy (SPD) griff die angesprochene Thematik auf und unterstrich: "Jede Generation muss sich auf die andere verlassen können." Die unter bestimmten Gesichtspunkten als negativ dargestellte Überalterung der Gesellschaft sah Edathy von der positiven Seite: "Lange zu leben sei nicht ein Problem, sondern ein Fortschritt der Gesellschaft".

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